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Neue BR-Intendantin Wildermuth: "Ich freue mich auf die Rückkehr nach Bayern."

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    Neue BR-Intendantin freut sich auf die Rückkehr nach Bayern

    Katja Wildermuth (55) wird Amtsinhaber Ulrich Wilhelm als neue Intendantin des Bayerischen Rundfunks nachfolgen. Im Interview mit dem BR spricht sie von "wahnsinniger" Freude über die neue Aufgabe und die Rückkehr in ihre Heimat.

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    Von
    • Nina Landhofer

    BR: Frau Wildermuth, freuen Sie sich, zurück nach München zu kommen?

    Katja Wildermuth: Total. Ich bin im oberbayerischen Anzing aufgewachsen und meine Familie und viele meiner Freunde sind immer hiergeblieben und haben am Ende nicht so ganz verstanden, warum ich in den Osten gegangen bin. Ich habe das damals in den 90er-Jahren sehr gerne und ganz bewusst gemacht, weil ich einfach fand, dass das eine historische Ausnahmesituation war, zu schauen, wie sich dort alles in kürzester Zeit verändert. Ich habe das nie bereut. Ich habe dort viel gelernt, auch danach in Hamburg, aber jetzt ist es wie Heimkommen und darauf freue ich mich total.

    BR: Haben Sie denn mit dem unglaublich guten Ergebnis von 38 von 48 Stimmen gerechnet?

    Wildermuth: Also, ganz ehrlich, man rechnet mit gar nichts. Und ich glaube, auch der Rundfunkrat selber konnte mit nichts rechnen, weil das ja für alle eine einmalige und erstmalige Situation war, dass er drei tolle Kandidaten zur Auswahl hatte.

    BR: Derzeit läuft die Debatte um die Erhöhung des Rundfunkbeitrages: Bis Ende des Jahres soll die Entscheidung gefallen sein. Sie werden als Intendantin mit dem Ergebnis leben und arbeiten müssen. Ist es schmerzhaft, dass Sie gar keinen Einfluss mehr nehmen können, weil Sie ja erst zum 1. Februar die Nachfolge von Ulrich Wilhelm antreten?

    Wildermuth: Wir versuchen es auf allen Ebenen: Die Intendanten, der ARD-Vorsitzende, das ZDF, aber natürlich auch ich als Programmdirektorin des Mitteldeutschen Rundfunks versuche mich schon seit vielen Wochen und Monaten mit guten Argumenten für die Beitragsanpassung in die Debatte einzubringen.

    Die laufende Debatte ist ja da, wo ich im Moment arbeite, nämlich in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen, sogar noch ein Stückchen intensiver als hier. Insofern hoffen wir, dass wir gute Argumente haben. Ich bin ein grundoptimistischer Mensch, der immer noch daran glaubt, dass wir das mit den guten Argumenten und einer sehr fundierten Vorgehensweise, die uns die KEF (Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten - Anm. d. Red.) vorgegeben hat, hinkriegen.

    BR: Sind Sie stolz, als erste Frau Intendantin des BR zu werden?

    Wildermuth: Ich komme aus einem Umfeld von Frauen, die immer gesagt haben: Ich will den Job nicht nur haben, weil ich eine Frau bin. Ich habe mich immer gefragt, wenn ich tolle Frauen eingestellt habe - und das habe ich oft gemacht – ob ich sie wirklich eingestellt habe, weil sie Frauen sind, oder weil sie einfach die Besten waren. Und ich würde für mich immer sagen, dass es auch die besten waren. Ich finde, wir brauchen eine Differenzierung innerhalb unserer Landesrundfunkanstalten. Dazu gehört das Geschlecht, aber dazu gehören natürlich auch andere Bereiche: soziale Differenzierung oder regionale Unterschiede. Ich glaube, wir müssen uns einfach möglichst plural aufstellen, um die Gesellschaft, die immer ausdifferenzierter wird, in ihrer Pluralität wahrzunehmen.

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