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Gedenkstein mit dem Porträt des Mädchens Peggy

Jörg Meringer, der Verteidiger von Manuel S., kritisiert, dass die Fotos aus den Ermittlungsakten an die Öffentlichkeit gelangt seien, obwohl sie auf passwortgeschützten Datenträgern lägen. Konkret geht es um Aufnahmen, die am Tag von Peggys Verschwinden in der Lichtenberger Sparkasse gemacht wurden. Auf diesen Fotos ist zu sehen, wie Manuel S. Geld abhebt. Und eben diese Fotos waren kürzlich von einigen Medien veröffentlicht worden.

Ermittlungen gegen Unbekannt

Nach Ansicht des Verteidigers bewiesen diese Fotos überhaupt nichts. Die Veröffentlichung sei eine Vorverurteilung. "Da ich nicht weiß, wo diese Aufnahmen aufbewahrt werden und wer von den Ermittlern Zugriff auf das Passwort hat, konnte ich nicht bestimmte Ermittler anzeigen, sondern habe die Anzeige gegen Unbekannt gestellt", so der Verteidiger Meringer.

Verdächtiger auf freiem Fuß

Der Verdächtige Manuel S. war Ende 2018 festgenommen worden. Inzwischen ist er wieder auf freiem Fuß, da laut Landgericht Bayreuth kein ausreichender Tatverdacht wegen Mordes an Peggy vorliege. Allerdings sei er mit hoher Wahrscheinlichkeit an der Beseitigung der Leiche des kleinen Mädchens beteiligt gewesen.

Staatsanwaltschaft Würzburg ermittelt

Auch mit der neuen Anzeige muss sich nun die Staatsanwaltschaft Würzburg beschäftigen. Sie ermittelt bereits seit Anfang März in einem anderen Fall gegen Mitglieder der Soko Peggy. Dabei wirft die Anwältin von Ulvi K. den Ermittlern vor, ein mitgeschnittenes Gespräch ihres Mandanten mit seinem Vater den Bewohnern von Lichtenberg vorgespielt zu haben. Ulvi K. war wegen Mordes an Peggy 2004 verurteilt und in einem späteren Verfahren freigesprochen worden.