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Neuartiger Vogelschutz für Windräder aus Puchheim | BR24

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Tierschutz oder Klimaschutz? Diese Frage stellt sich beim Ausbau der Windkraft. Denn nicht selten werden Vögel durch Windräder verletzt oder sogar getötet. Eine Firma aus Puchheim im Landkreis Fürstenfeldbruck will das ändern.

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Neuartiger Vogelschutz für Windräder aus Puchheim

Tierschutz oder Klimaschutz? Diese Frage stellt sich beim Ausbau der Windkraft. Denn nicht selten werden Vögel durch Windräder verletzt oder sogar getötet. Eine Firma aus Puchheim im Landkreis Fürstenfeldbruck will das ändern.

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Windräder sind gefährlich für Vögel. Die Spitze eines Rotorblattes kann eine Geschwindigkeit von 300 Stundenkilometer erreichen, darauf sind Vögel nicht vorbereitet. Die Firma Phil Vision aus Puchheim bereitet deshalb die Windräder auf die Vögel vor - mit künstlicher Intelligenz.

Computerprogramm soll Vögel besser schützen

BirdVision heißt das selbstlernende Computersystem, das bedrohte Vogelarten besser schützen soll. Es wird mit tausenden Fotos gespeist und lernt so, Flugobjekte voneinander zu unterscheiden. Etwa einen Greifvogel von einem Flugzeug.

Kameras beobachten den Luftraum

Am Fuße eines Windrads sind Kameras montiert, die den Luftraum permanent beobachten. Nähert sich nun ein gefährdeter Vogel der Anlage, wird das Rad ausgeschaltet. Das System läuft derzeit im Testbetrieb, Ende des Jahres soll es serienreif sein. Es könnte nicht nur gefährdeten Arten helfen, sondern auch den Betreibern von Windkraftanlagen.

Neue Chance für Genehmigungen von Windrädern?

In Baden-Württemberg wird die Technik namens Bird Vision schon getestet. Nach 30 Sekunden steht ein laufendes Windrad nahezu still, das soll laut dem Unternehmen Phil Vision ausreichen für die Greifvögel, die sich oft in kreisenden Flugbewegungen einem Windrad nähern.

Die Technik soll auch den Betreibern von Windkraftanlagen helfen. Denn geschredderte Tiere sind nicht nur ein Imageproblem. Naturschutzbehörden genehmigen neue Windräder in ökologisch sensiblen Bereichen oft gar nicht mehr oder erlassen Auflagen, sagt Markus Pubantz, Geschäftsführer eines Bürgerwindparks. Tagsüber dürfen die Anlagen teilweise gar nicht mehr laufen.