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Beleidigungen, Schmähungen, Drohungen: Ein Neu-Ulmer Hausarzt wird massiv angefeindet, weil er Kinder und Jugendliche gegen Covid-19 impft. Sogar vor Morddrohungen machen seine Kritiker nicht Halt. Der Arzt hat jetzt mehrere Strafanzeigen gestellt.

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Neu-Ulmer Arzt impft Kinder – und bekommt Morddrohungen

Beleidigungen, Schmähungen, Drohungen: Ein Neu-Ulmer Hausarzt wird massiv angefeindet, weil er Kinder und Jugendliche gegen Covid-19 impft. Sogar vor Morddrohungen machen seine Kritiker nicht Halt. Der Arzt hat jetzt mehrere Strafanzeigen gestellt.

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  • Peter Allgaier
  • Johanna Kempter
  • BR24 Redaktion

Der Neu-Ulmer Hausarzt Christian Kröner steht auf diversen Internetplattformen und in den Sozialen Medien unter Beschuss. Der Grund: Kröner impft auch Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren gegen Covid-19. Seine Patientinnen und Patienten freuen sich über diese Möglichkeit – Impfgegner dagegen überziehen Kröner mit Beleidigungen, Schmähungen und Drohungen. Deswegen hat er jetzt 25 Strafanzeigen bei der Neu-Ulmer Polizei gestellt.

Der Mediziner impft nicht nur selbst, sondern er ruft auch öffentlich dazu auf, Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren gegen Covid-19 zu impfen. Die Nebenwirkungen seien im Vergleich zu den positiven Effekten zu vernachlässigen, so der Hausarzt. Er beruft sich auf Studiendaten aus den USA, wo bereits Millionen Kinder und Jugendliche geimpft wurden.

STIKO gegen generelle Impfung von Jüngeren

Generell ist ein schwerer Krankheitsverlauf oder gar der Tod infolge einer Corona-Erkrankung bei dieser Altersgruppe sehr unwahrscheinlich. Die Ständige Impfkommission (STIKO) hatte deshalb empfohlen, Kinder und Jugendliche nicht generell zu impfen. Nur im Falle bestimmter Vorerkrankungen wie Diabetes oder Herz- und Lungenproblemen sollten sie sich ein Vakzin spritzen lassen.

Morddrohungen über die Sozialen Medien

Die Einschätzung der STIKO haben Kritiker zum Anlass genommen, nicht nur die Seriosität der Praxis von Christian Kröner in Frage zu stellen. Über die Sozialen Medien seien sogar Morddrohungen verschickt worden, berichtet der Hausarzt. Dabei sei er keineswegs der einzige Mediziner, der auch Jüngere impfe. Viele Ärzte im Raum Neu-Ulm und Ulm würden Kindern und Jugendlichen dieses Angebot machen. Auch die Stadt und der Landkreis Hof bieten allen ab zwölf Jahren die Impfung an.

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