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© BR/Joseph Weidl
Bildrechte: Staatliches Bauamt Krumbach

Nach der Gänstorbrücke wird auch die Adenauerbrücke in Neu-Ulm neu gebaut werden müssen. Beide Brücken sind wichtige Verbindungen über die Donau.

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Neu-Ulm: Planungen für Neubau der Adenauerbrücke

Die Adenauerbrücke in Neu-Ulm muss neu gebaut werden. Sie ist eine wichtige Verbindung über die Donau. Die neue Adenauerbrücke würde deutlich breiter werden als die bisherige. Das könnte für Diskussionen sorgen, gerade in Zeiten des Klimawandels.

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Von
  • Joseph Weidl
  • Werner Bader

Rund 100.000 Fahrzeuge passieren die Adenauerbrücke über die Donau täglich, sie verbindet als Bundesstraße nicht nur direkt die Städte Ulm und Neu-Ulm, sondern auch Bayern und Baden-Württemberg. Zudem ist sie ein Zubringer zu anderen Bundesstraßen und zur Autobahn A7. Sie ist also eine der wichtigsten Brücken in der Region.

Soll die Brücke 42 Meter breit werden?

Klar ist, sie muss neu gebaut werden. Doch wie breit soll die neue Brücke werden? Das Staatliche Bauamt Krumbach, das für den Bau verantwortlich ist und auch die Städte Ulm und Neu-Ulm plädieren für einen große, breite Variante mit insgesamt acht Spuren. Die Brücke könnte damit rund 42 Meter breit werden, das wären etwa 20 Meter mehr als bisher. Muss denn die neue Brücke so breit werden? Das war auch Thema bei einer Bürgerinfo-Veranstaltung, die wegen Corona ausschließlich online ausgestrahlt wurde. Das Thema interessierte rund 250 Bürgerinnen und Bürger, sie konnten auch Fragen per Mail schicken.

Acht Spuren und eine für den ÖPNV?

Was aus Sicht des staatlichen Bauamts für eine breite acht-spurige Variante mit Geh-und Radweg spricht: Grundsätzlich wäre mehr Platz für einen besseren Verkehrsfluss auf der Brücke, man erhofft sich weniger Unfälle und weniger Staus und damit auch mehr Sicherheit. Durch die acht-spurige Variante bestünde etwa auch die Möglichkeit, künftig Spuren nur für den ÖPNV befahrbar zu machen. Der Bund würde bei acht Spuren außerdem für den Lärmschutz aufkommen.

Eine zweite mögliche Variante wäre laut Bauamt ein sechs-spuriger Ausbau, ebenfalls mit Geh- und Radweg. Die Fahrbahn wäre dann insgesamt 36 Meter breit. Jedoch, so die Berechnungen des Bauamtes, wäre der Verkehrsfluss auf der Brücke deutlich schlechter als bei der breiteren Variante. Außerdem hätte man weniger Spielraum, etwa bei Unfällen.

Wie reagieren die Naturschutzverbände?

Doch wie lässt sich eine acht-spurige Variante mit den selbsternannten Zielen der Städte vereinbaren, Umweltbelange zu berücksichtigen und nicht mehr Verkehr in die Innenstädte zu locken? Man sei sich der Problematik bewusst, betonte etwa Neu-Ulms Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger. Auch Ulms Bürgermeister, der für den Fachbereich Bau zuständig ist, Tim von Winning, räumt ein, dass in einem Park neben der Brücke alte Bäume im Zuge eines Neubaus gefällt werden müssen. Trotzdem sprechen sich beide Stadtvertreter wegen des starken Verkehrsaufkommens für die breite Variante mit acht Spuren aus. Spätestens im Planfeststellungsverfahren, das noch nicht angelaufen ist, wird sich jedoch zeigen, ob es Widerspruch aus der Bevölkerung bzw. von den Naturschutzverbänden gibt.

Zwei marode Donau-Brücken, eine Herausforderung

Auch die Gänstorbrücke, die zwischen beiden Städten über die Donau führt, ist marode. Ihr Neubau ist bereits beschlossene Sache. Die Städte bzw. das Bauamt dürften damit auch vor einer logistischen Herausforderung stehen, zwei viel befahrene Brücken innerhalb der nächsten Jahre neu zu bauen. Zuerst soll der Neubau der Gänstorbrücke erfolgen. Der Neubau der Adenauerbrücke könnte laut Bauamt ab 2024 starten – allerdings läuft das Planfeststellungsverfahren noch nicht. Die Städte werden bemüht sein, dass beide Brücken bis spätestens 2030 fertig sind, denn dann soll in Ulm die Landesgartenschau stattfinden.