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Neu-Ulm erstellt eigenes Konzept für Müllverbrennung aus AKW | BR24

© BR/Jenny Schack

Neu-Ulm erstellt eigenes Konzept für Müllverbrennung aus AKW

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Neu-Ulm erstellt eigenes Konzept für Müllverbrennung aus AKW

Der Landkreis Neu-Ulm entwickelt derzeit ein Verfahren, wie die Verbrennung von nicht-radioaktivem Müll aus dem AKW Gundremmingen von Anfang bis Ende begleitet werden kann. Damit beschäftigte sich der Umweltausschuss des Landkreises am Donnerstag.

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Der Landkreis entwickelt ein Verfahren, wie die Verbrennung von freigemessenem Müll aus dem AKW Gundremmingen von Anfang bis Ende begleitet werden kann. Freigemessener Müll ist faktisch nicht-radioaktiver Müll aus dem AKW. Der freigemessene Müll aus den bayerischen AKW wird derzeit wie ganz normaler Hausmüll behandelt - was er faktisch auch ist. Doch damit zeigt sich der Kreistag Neu-Ulm nicht zufrieden.

Landkreis ist unzufrieden

Die Verbrennung des freigemessenen Mülls aus dem AKW Gundremmingen müsse strenger begleitet werden. Auch wenn er freigemessenen - also frei von nennenswerter Radioaktivität - sei, so komme er doch aus dem AKW. Eine Antwort des Umweltministers Thorsten Glauber war im Gremium als enttäuschend beurteilt worden. So sei nicht auf die Situation vor Ort eingegangen worden. Glauber hatte mitgeteilt, dass er keine Veranlassung für ein bayernweites Konzept zur Entsorgung freigemessener Abfälle sehe. Nun nimmt dies der Landkreis also selbst in die Hand.

Regelmäßige Messungen

Das Konzept des Landkreises Neu-Ulm sieht regelmäßige Messungen auf Radioaktivität der anfallenden Müllschlacke und am Schornstein vor. Bisher waren Messungen nur in größeren unregelmäßigen Abständen geschehen. Vor rund einer Woche wurde das neue Konzept bereits umgesetzt: Es wurden zwei Messungen in Weißenhorn vorgenommen; am Kamin gemessen und aus der Schlacke Proben entnommen. Die Ergebnisse werden in frühestens sechs Wochen vorliegen.

Neue Messstation geplant

Darüber hinaus plant der Landkreis eine neue Messstation in Weißenhorn. Die nächste Messstation liegt in Neu-Ulm. Das ist den Räten zu weit entfernt. Allerdings hat das Landesamt für Umwelt bereits mitgeteilt, dass es sich nicht am Bau und den Kosten einer neuen Messstation beteiligen wird. Dies müsse der Landkreis selbst tragen.

Mehr Müll wird verbrannt

Hintergrund ist, dass für den Rückbau von Block B des AKW Gundremmingen im Landkreis Günzburg seit März dieses Jahres eine Genehmigung vorliegt. Entsprechend mehr Müll wird im Müllheizkraftwerk Weißenhorn im benachbarten Landkreis Neu-Ulm verbrannt. Die erste Lieferung seit Genehmigung erfolgte in der vergangenen Woche. Zuvor wurde bereits freigemessener Müll aus dem AKW in Weißenhorn verbrannt. Jedoch nicht in nennenswerter Menge. Das war dem Kreistag in der Mehrzahl jedoch unbekannt. Wochenlang hatte es daher Unruhe und Unklarheit - auch in der Bevölkerung - gegeben, was im Müllheizkraftwerk denn genau verbrannt werde - und, ob es nicht doch in irgendeiner Art schädlich sei.

Keine Radioaktivität

Inzwischen haben sich die Gemüter wieder beruhigt. Schnelle Messungen und alte Daten zeigten, dass die Grenzwerte für Radioaktivität nicht annähernd überschritten worden waren. Die neuen, sehr intensiven Messungen in der vergangenen Woche wurden nun vom Ökoinstitut begleitet, um neben der Überwachung durch das Landesamt für Umwelt noch eine weitere kritische Instanz ins Boot zu holen. Die Ergebnisse werden derzeit ausgewertet.