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© BR/Annette Kugler
Bildrechte: LRA Landsberg/ Peter Zach

Der Landkreis Landsberg stellt Fördergelder für Landwirte bereit, die sich am Kiebitz-Schutz beteiligen. Denn im Frühling sterben viele Kiebitze, weil ihre Nester in Äckern liegen – und dort landwirtschaftlichen Arbeiten zum Opfer fallen.

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Nester am Boden: Landkreis Landsberg fördert Kiebitz-Schutz

Der Landkreis Landsberg stellt Fördergelder für Landwirte bereit, die sich am Kiebitz-Schutz beteiligen. Denn im Frühling sterben viele Kiebitze, weil ihre Nester in Äckern liegen – und dort landwirtschaftlichen Arbeiten zum Opfer fallen.

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Von
  • Annette Kugler

Wenn die Kiebitze zurückkommen, ist der Frühling da: Inzwischen ist der schwarz-weiße Zugvogel allerdings selten geworden, da er seine Nester zunehmend auf Äckern baut – für die Landwirtschaft fast nicht zu sehen. Im Landkreis Landsberg bekommen Landwirte jetzt eine Entschädigung, wenn sie das Nest einzäunen lassen.

Nester am Boden fast nicht zu sehen

Eigentlich schätzt der Kiebitz - Zugvogel und Wiesenbrüter - weitläufige feuchte Wiesen. Flächenverbrauch und Intensivierung der Landwirtschaft haben seinen Lebensraum allerdings selten gemacht. Da der Kiebitz auch gerne freie Sicht hat, baut er seine Nester zunehmend auf Äcker. Dort legt er seine Eier in eine Mulde im Boden und die Küken ducken sich bei Gefahr. Von einem Traktor aus sind die Nester kaum zu erkennen.

Gefahr durch Traktoren oder Dünger

Neben landwirtschaftlichen Maschinen zerstören auch Pflanzenschutzmittel und Dünger oft unbeabsichtigt die Kiebitz-Nester. Im Landkreis Landsberg sucht das Team von der dortigen Kreisgruppe des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) darum gezielt nach Nestern. Wird es fündig, nimmt es Kontakt mit den Landwirten auf und schlägt vor, einen kleinen Zaun um das Gelege zu bauen. "95 Prozent der Landwirte sind da kooperativ", sagt Klaus Janke vom LBV. Er ist regelmäßig unterwegs, um Kiebitznester zu finden.

50 Euro pro Nest

Ein Zaun schützt die Kiebitze zwar noch nicht vor Raubtieren wie Fuchs oder Habicht, aber zumindest vor den Arbeiten auf dem Feld. Ein zusätzlicher Aufwand für die Landwirte, den die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Landsberg jetzt erstmals finanziell unterstützt: 50 Euro gibt es pro Nest. Klaus Janke von der LBV-Kreisgruppe Landsberg freut sich über die Förderung: "Das ist ein schönes Signal für den Schutz der Kiebitze." Ob auf Äckern oder anderen Flächen: Wer ein brütendes Kiebitzpaar entdeckt, kann den Standort auch direkt im Landratsamt Landsberg melden.

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