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Bildrechte: Thomas Graml, Stadt Amberg

Neben diesem Wegweiser mit den Prinzipien der Grundordnung soll die Gedenktafel angebracht werden.

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Neo-Nazi-Opfer Klaus Peter Beer erhält Gedenktafel in Amberg

Die Stadt Amberg will nun doch mit einer Gedenktafel an die Ermordung von Klaus Peter Beer vor 25 Jahren erinnern. Beer wurde 1995 wegen seiner Homosexualität von Neo-Nazis ermordet.

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Von
  • BR24 Redaktion
  • Anne-Lena Schug

Mit einer Gedenktafel will die Stadt Amberg nun doch an die Ermordung von Klaus Peter Beer vor 25 Jahren erinnern. Das hat der Stadtrat am vergangenen Montag entschieden. Beer wurde 1995 wegen seiner Homosexualität von zwei Männern der rechten Szene bewusstlos geschlagen und anschließend in die Vils geworfen, wo er ertrank.

Gedenktafel am Ort der Ermordung

Die Gedenktafel soll an dem Ort angebracht werden, an dem Klaus Peter Beer ermordet wurde. Dort steht bereits ein Wegweiser mit den Prinzipien der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

Auf der Tafel soll folgender Text stehen: "Am 07. September 1995 starb an dieser Stelle Klaus-Peter Beer. Er wurde aufgrund seiner sexuellen Orientierung Opfer einer rechtsextrem motivierten Gewalttat. Dieser Mord gemahnt uns, für die im Grundgesetz festgeschriebenen Menschenrechte sowie die auf dem nebenstehenden Wegweiser genannten Werte einzutreten und die freiheitlich-demokratische Grundordnung gegen ihre Feinde zu verteidigen."

Würdiges Andenken gegen das Vergessen

Das "Bündnis gegen das Vergessen" begrüßte die Entscheidung des Stadtrats, dem gebürtigen Amberger auf diesem Weg ein würdiges Andenken zu bewahren, teilte ein Sprecher am Mittwoch mit. Es sei ein "erster wichtiger Schritt, die Kontinuitäten rechter Gewalt in Amberg dem Vergessen zu entreißen".

Angesichts der wachsenden Gefahr von Rechts, den alltäglichen Formen von Ausgrenzung und Diskriminierung sei der Beschluss des Stadtrats ein "wichtiges Zeichen der Mahnung", sagte Stefan Dietl vom Bündnis laut Mitteilung.

Oberbürgermeister gegen Tafel, aber für Wegweiser

Im September hatte das Bündnis mit einer Mahnwache und Demonstration an den jungen Amberger erinnert und die Verantwortlichen der Stadt Amberg aufgefordert, ihm ein würdiges Andenken zu setzen. Außerdem forderte es, entschlossener gegen eine "örtliche rechte Szene" vorzugehen.

Oberbürgermeister Michael Cerny (CSU) sprach sich damals dagegen aus, "ein singuläres Ereignis, den Mord mit einem rechtsradikalen Hintergrund" durch eine Gedenktafel hervorzuheben. Stattdessen sollte ein "Wegweiser der Demokratie" im öffentlichen Raum als Mahnung entstehen, argumentierte er.

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