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Nein zur CSU: Ex-AfDler Plenk wechselt nun doch nicht | BR24

© dpa/pa/Peter Kneffel

Markus Plenk, früherer AfD-Politiker

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    Nein zur CSU: Ex-AfDler Plenk wechselt nun doch nicht

    "Kehrt zurück und lasst die Nazis in der AfD allein!" Mit diesen Worten warb CSU-Chef Söder einst um gemäßigte AfDler. Als Neuzugang wurde bereits Ex-AfD-Landtagsfraktionschef Markus Plenk gehandelt. Nun sagt Plenk "Nein" zur CSU und attackiert sie.

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    Der ehemalige AfD-Fraktionschef im Landtag Markus Plenk will doch nicht CSU-Mitglied werden. Das sagte der mittlerweile partei- und fraktionslose Landtagsabgeordnete dem Bayerischen Rundfunk. Anfang April vergangenen Jahres hatte Plenk seine Ämter in der AfD-Landtagsfraktion niedergelegt, seinen Partei- und Fraktionsaustritt angekündigt und gesagt, er wolle zur CSU wechseln.

    Plenk wirft der CSU Feigheit vor

    Dass er nun Abstand nimmt von der Idee einer CSU-Mitgliedschaft, begründete Plenk im BR-Gespräch mit mangelnder Entschlossenheit von Seiten der CSU. Zwar habe es mehrere Gespräche gegeben, wie beide Seiten bestätigen. Die waren aber erfolglos. Plenk wirft der CSU "Mustlosigkeit" und "Feigheit" vor. Sie habe zu zögerlich auf sein Ansinnen, Mitglied zu werden reagiert, so Plenks Darstellung.

    Nach Angaben aus CSU-Kreisen hat Plenk allerdings als Bedingung für einen Beitritt zur CSU weitreichende Zusagen verlangt, die man ihm nicht geben wollte, hieß es. Hier steht jedoch Aussage gegen Aussage: Plenk wiederum dementiert, dass er Bedingungen gestellt habe.

    Blume: Man hätte Plenk willkommen geheißen

    CSU-Generalsekretär Markus Blume sagte auf BR-Anfrage: "Trotz aller Ankündigungen ist bis zum heutigen Tage kein Antrag auf Mitgliedschaft eingegangen. Wer sich glaubhaft und bedingungslos zu den Grundwerten der CSU bekennt, ist bei uns grundsätzlich willkommen. Das hätte auch für Herrn Plenk gegolten."

    Der fraktionslose Abgeordnete Plenk nannte einen weiteren Grund für seine Entscheidung: Er sei enttäuscht von allen Parteien, dass in der Extremismus-Bekämpfung keine neuen Wege gefunden würden. Nach Anschlägen nur Plattitüden zu verkünden und die AfD auszugrenzen, sei keine Lösung, sagte Plenk. Die rechte Bewegung sei viel facettenreicher als die AfD, obwohl die AfD ein wichtiger Teil davon sei. Dass etablierte Parteien wie die CSU ehemaligen AfD-Mitgliedern und damit Insidern keine Chance geben, sich zu integrieren, nannte er den falschen Weg. CSU-Chef Markus Söder hatte jedoch noch am Politischen Aschermittwoch vor einem Jahr alle gemäßigten AfDler zur CSU-Mitgliedschaft aufgefordert. Auch andere CSUler hätten Plenks Mitgliedschaft begrüßt.

    Plenk wird nach eigenen Angaben als Nazi beschimpft

    Schockiert zeigte sich Plenk darüber, dass er auch nach seinem Austritt aus der AfD noch als "Faschist" und "Nazi" beschimpft und ihm der Handschlag verweigert werde. Seine Entscheidung will er auf keinen Fall als Schritt Richtung AfD verstanden wissen: "Ich will auf keinen Fall, dass sich der Extremismus in Deutschland ausbreitet."

    Bei der Kommunalwahl am 15. März geht der parteilose Plenk übrigens für eine ganz andere Partei ins Rennen. Er kandidiert auf Platz vier der Liste der Bayernpartei für den Kreistag Traunstein.

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