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Nebeneffekt: Corona-Regeln dämmen andere Krankheiten ein | BR24

© BR/Johanna Schlüter

Die Grippe-Saison verlief bisher mit deutlich niedrigen Zahlen als 2019.

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    Nebeneffekt: Corona-Regeln dämmen andere Krankheiten ein

    Seit Frühjahr gelten in Bayern AHA-Regeln, Teile des öffentlichen Lebens wurden heruntergefahren. Das hat positive Auswirkungen auf die Verbreitung von Krankheiten abseits von Corona. Doch zwei Infektionen kamen trotz und wegen Corona häufiger vor.

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    Von
    • Thomas Moßburger

    Dass häufigeres Händewaschen, Abstandhalten und Maskentragen sowie auch die Reduzierung von Kontakten nicht nur gegen das Coronavirus wirken, hatten viele wohl vermutet. Nun zeigt das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit Zahlen für das Gesamtjahr 2020.

    Tatsächlich sind bei anderen Infektionskrankheiten die Zahlen gesunken. Naturgemäß ist hier nur ein Vergleich der Zahlen von Krankheiten möglich, die den Behörden gemeldet werden müssen. Dort zeigen sich teils deutliche Unterschiede.

    Weniger Darm-Infektionen

    So ist die Zahl der Darm-Infektionen zwischen 2019 und 2020 teils stark gesunken. Bei den Darm-Infektionen mit dem Norovirus etwa von 9.813 auf 3.833. Bei solchen mit Rotaviren von 3.671 auf 805. Auch bei eigentlich durch Impfungen verhinderbaren Krankheiten wie Masern, Mumps und Keuchhusten gingen die Zahlen auf ihrem meist ohnehin niedrigen Niveau zurück.

    Bei der Grippe meldet das LGL für die bisherige Saison, also seit Oktober 2020, ebenso niedrige Zahlen. 30 (2020) statt 914 Fälle (2019) wurden bisher in Bayern gemeldet. Eine abschließende Aussage über die Grippe-Saison 2020/21 lässt das allerdings nicht zu. Die Grippe-Welle stehe laut LGL erst zwischen Anfang Januar und Februar bevor.

    Welche der eigentlichen Corona-Maßnahmen gegen welche der Infektionskrankheiten halfen, lässt sich laut den Experten des Landesamtes nicht sagen. Ein Sprecher des LGL weist auf ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren wie Händewaschen, Masken und auch die Lockdowns hin.

    Zwei Krankheiten häufiger

    Nach oben gingen die Infektionszahlen vor allem bei zwei Infektionskrankheiten: Lyme-Borreliose und FSME. Beide Krankheiten werden vor allem durch Zecken übertragen. Bereits im Mai 2020 hatten Experten auf eine erhöhte Gefahr von Zecken hingewiesen.

    Diese lag 2020 nicht nur darin begriffen, dass die Menschen wegen Corona-Maßnahmen mehr Zeit in der Natur verbrachten, sondern auch an einer größeren Zahl an erwachsenen Tieren. Diese haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, etwa das FSME-Virus in sich zu tragen. Gegen FSME kann man sich durch eine Impfung schützen.

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