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Nazi-Vergleiche am Hauptmarkt: Nürnberger OB entsetzt | BR24

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Der Besitzer eines Souvenirladens am Hauptmarkt zieht Vergleiche der aktuellen Corona-Maßnahmen mit der Zeit des Nationalsozialismus

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    Nazi-Vergleiche am Hauptmarkt: Nürnberger OB entsetzt

    Auf Plakaten vergleicht ein Souvenir-Händler in Nürnberg die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie mit der Zeit im Nationalsozialismus. Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König ist entsetzt. Dagegen tun könne man jedoch nichts.

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    Von
    • Nicolas Eberlein
    • Jonas Miller
    • Michael Reiner

    Seit längerem zieht der Besitzer eines Souvenirladens am Nürnberger Hauptmarkt mit Plakaten in seinem Schaufenster Vergleiche der aktuellen Corona-Maßnahmen mit der Zeit des Nationalsozialistischen Regimes in Deutschland. Oberbürgermeister Marcus König (CSU) bezeichnet das auf Anfrage von BR24 als "absolut inakzeptabel".

    "NS-Zeit ist mit nichts vergleichbar"

    Auf den Plakaten wird der Hauptmarkt als "ehemaliger Adolf-Hitler-Platz“ bezeichnet, wie er während der NS-Zeit auch hieß. Zudem wird unter anderem die Frage gestellt, ob dort bald Adolf-Hitler-Souvenirs verkauft werden müssten. Für Marcus König verbieten sich solche Vergleiche, sie seien unangebracht und falsch. "Nichts lässt sich mit den Taten des brutalen Terrorregimes vergleichen", betont König.

    Keine rechtliche Handhabe gegen Plakate

    Die Stadt habe, kurz nachdem die Plakate aufgehängt worden seien, Fotos davon gemacht den Inhalt der Schriften rechtlich geprüft. Rechtlich habe die Stadt aber keine Handhabe. Das Ordnungsamt habe bereits mehrfach versucht, Kontakt zu dem Ladenbetreiber aufzunehmen, damit dieser die Plakate aus dem Schaufenster "schnellstmöglich" entfernt. Laut König zeigt sich der Betreiber aber absolut unzugänglich. Die Stadt aber wolle an dem Thema weiter dran bleiben, versichert der Nürnberger Oberbürgermeister.

    "Extrem rechte Plakatwand"

    Das Nürnberger Bündnis Nazistopp spricht derweil von einer "extrem rechten Plakatwand", diese würde die Nazizeit verharmlosen. "Protest gegen soziale Missstände" sei wichtig, teilten die Aktivisten mit. Dieser dürfe aber nicht mit völkischer Ideologie verbunden werden, heißt es in einer Mitteilung des Bündnisses.

    Ladenbetreiber bangt um seine Existenz

    Der Betreiber des Ladens, der anonym bleiben will, möchte mit seiner provokanten Plakat-Aktion auf seine Lage aufmerksam machen. Im vergangenen Jahr habe er lediglich 13 Prozent seines durchschnittlichen Umsatzes gemacht, sagte er BR24. Von den staatlichen Hilfen sein nichts bei ihm hängen geblieben. "Das ging alles an den Vermieter, an Versicherungen, an die Gas- und Wasserversorger", sagt er.

    Plakate sollen bis zur Bundestagswahl hängen bleiben

    Auslöser sei gewesen, dass ihm die Behörden eine Demonstration mit Lautsprechern vor seinem Laden untersagt hätten. Das Plakat wolle er bis zur Bundestagswahl im September hängen lassen. Bislang habe er viel Kritik, aber auch Zuspruch für seine Aktion bekommen.

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