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Nazi-Chat am Grafinger Gymnasium | BR24

© BR/Katrin Küx

Schule ohne Rassismus

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    Nazi-Chat am Grafinger Gymnasium

    Am Grafinger Gymnasium haben Schüler über einen Klassen-Chat rechtsradikale Botschaften verbreitet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt wegen Volksverhetzung.

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    Ein Chat von Schülern am Grafinger Gymnasium im Landkreis Ebersberg beschäftigt Polizei und Staatsanwaltschaft. Beamte der Polizeiinspektion Ebersberg haben vergangene Woche an der Schule Handys der neunten Klasse eingesammelt. Zu sehen bekamen die Ermittler unter anderem Bilder von Adolf Hitler und Hakenkreuze.

    Im Chat der Schüler befand sich zudem der Text eines Kampfliedes der SA, das heute unter dem Titel "Blut" in der rechtsextremen Musikszene bekannt ist. Schüler haben den Chat der neunten Klasse auffliegen lassen.

    Ermittlungen wegen Volksverhetzung

    Die Staatsanwaltschaft München und das Staatsschutzkommissariat sehen bei dem Nazi-Chat einen dringenden Tatverdacht. Laut einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord erfüllen die Inhalte des Klassenchats den "Tatbestand der Volksverhetzung bzw. des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen". Die Ermittlungen dauerten an, denn der Klassenchat umfasst mehrere Dutzend Teilnehmer.

    Schulleitung bemüht sich um Aufklärung

    Die Schulleitung des Gymnasiums reagierte mit einem energischen Brief an die Eltern: "Wir sind bestürzt über die abstoßenden und brutalen Inhalte. Gerade als 'Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage' müssen wir uns davon distanzieren", so der Schulleiter des Grafinger Gymnasiums, Paul Schötz. "Wir wollen entschieden gegen Diskriminierung in jeglicher Form Stellung beziehen und sehen darin auch eine Hauptaufgabe der Erziehungsarbeit in heutigen Zeiten", heißt es weiter.

    Als "Schule ohne Rassismus" soll das Grafinger Gymnasiums bald den Namen des Holocaust-Überlebenden Max Mannheimer tragen.