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Naturschutz-Studie: Schwabens Insekten sind bedroht | BR24

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Ab 31. Januar liegen in Bayerns Rathäusern zwei Wochen lang Unterstützerlisten für das Volksbegehren Artenvielfalt aus. Warum sind überhaupt so viele Arten bedroht, nicht nur in Bayern sondern global?

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Naturschutz-Studie: Schwabens Insekten sind bedroht

Pünktlich zur Unterschriftensammlung für das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ stellt der Bund Naturschutz in Schwaben eine Studie vor. Fazit: Pestizide und intensive Landwirtschaft bedrohen nicht nur Insekten.

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In Schwaben wird die Hälfte der Gesamtfläche landwirtschaftlich genutzt. Damit sind laut Bund Naturschutz Land- und Forstwirtschaft entscheidend für die Situation der Artenvielfalt und für den Insektenschutz verantwortlich. Der größte Teil dieser Fläche ist sogenanntes Grünland, also Graswiesen, Almen oder Weiden.

Weniger Insekten wegen intensiver Bewirtschaftung

Ein Problem ist laut der Studie, dass auch diese Flächen intensiv bewirtschaftet werden, also zum Beispiel regelmäßig gemäht werden. Die Folge:

„Dort können nur noch Kleininsekten wie Zikaden, Kleinfliegen oder Blattläuse überleben während größere und anspruchsvollere Insekten wie Schmetterlinge oder Wildbienen dort keine Chance mehr haben“ Alfred Karle-Fendt, BN-Kreisgruppe Kempten-Oberallgäu.

Konkret bemerkt haben die Naturschützer den Rückgang zum Beispiel bei den Wiesenheuschrecken. Früher massenhaft verbreitet, können diese heute nur noch am Wegesrand überleben – und nicht auf Grünlandflächen. Und auch die heimischen Schmetterlingsarten können sich dort nicht fortpflanzen.

Nicht nur Insekten betroffen

Das Insektensterben hat Folgen, denn die Tiere fehlen in der Nahrungskette: Sie dienen zum Beispiel als Futter für Brutvögel. Im südlichen Allgäu ist deshalb zum Beispiel die Feldlerche vom Aussterben bedroht.

32.000 Naturschützer unterwegs

Für die Untersuchungen zur Insektenvielfalt in Schwaben hat der Bund Naturschutz auf Beobachtungen der rund 32.000 Mitglieder in der Region zurückgegriffen. Die Naturschützer fordern insgesamt mehr „Laissez-faire“ von den Landwirten: Wer zum Beispiel die Gräben entlang der Nutzflächen erst nach September mäht, ermögliche einer großen Anzahl von Insekten das Überleben bis zum Sommer.

„Nichtstun“ würde also als Sofortmaßnahme schon Hunderte von Kilometern vernetzter Artenvielfalt im ausgeräumten südschwäbischen Grünland schaffen – ohne wirtschaftlichen Verlust für die Landwirte. Studie des Bund Naturschutz