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Naturschützer ziehen negative Bilanz | BR24

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Naturschützer ziehen negative Bilanz

Seit 25 Jahren besteht der Rhein-Main-Donau-Kanal. Zum Jubiläum hat der Bund Naturschutz (BN) eine vernichtende Bilanz gezogen. Der Kanal sei ein "ökologisches und ökonomisches Desaster", so das Urteil der Naturschützer.

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Der BN kritisiert, dass wertvollste Biotopflächen und Kulturlandschaften für das Projekt geopfert wurden. Zudem seien Feuchtgebiete verschwunden und damit der Lebensraum besonderer Tierarten. In Sulztal, Ottmaringer Tal und Altmühltal seien etwa 600 Hektar schutzwürdiger Feuchtgebiete und weitere ökologisch besonders wertvolle Flächen zerstört oder geschädigt, so der BN.

Gescheiterte Ausgleichsversuche

Ausgleichsmaßnahmen zugunsten der Natur und Tierwelt sollen ihre Wirkung in vielen Fällen verfehlt haben, teilte der BN mit. "Die Natur ist eben nicht so gestaltbar und 'ausgleichbar' wie es immer wieder dargestellt wird. Tiere weichen eben nicht einfach mal in andere Biotop aus, wenn ihnen ihr Haupt-Lebensraum genommen wird", teilte der BN mit.

Geringer wirtschaftlicher Nutzen

Zugleich sei der wirtschaftliche Nutzen des Projekts geringer als erhofft, so die Kritik des BN. Die Gütermengen lägen weit unter den Prognosen von 1992. Demnach sollten bis 2002 rund 18 Millionen Tonnen auf dem Kanal transportiert werden. Auf dem besonders umstrittenen Abschnitt zwischen Nürnberg und Kelheim seien im Jahr 2002 jedoch lediglich 6,2 Millionen Tonnen transportiert worden.

Gütermenge schrumpft seit Jahren

Mehr als zehn Jahre später sei die Frachtmenge sogar noch weiter gesunken: "Im Jahr 2013 wurden nur noch 5,0 Millionen Tonnen befördert, 2014 4,7 Millionen Tonnen und 2015 sank das Frachtaufkommen deutlich auf 4,0 Millionen Tonnen", so der BN. Die Naturschützer hatten sich von Anfang an gegen den Bau des rund 100 Kilometer langen Abschnitts zwischen Nürnberg und Kelheim gewehrt.