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Naturschützer in Oberstdorf fordern 100-Euro-Parkticket | BR24

© BR/Torsten Thierbach

Die Ortsgruppe des Bund Naturschutz in Oberstdorf fordert in einem offenen Brief 100 Euro Parkgebühren für Tagestouristen.

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Naturschützer in Oberstdorf fordern 100-Euro-Parkticket

Ein Parkticket für 100 Euro – ein Albtraum für Autofahrer. In Oberstdorf hat der Bund Naturschutz vorgeschlagen so viel Geld von Tagestouristen zu nehmen, denn sie bringen der Gemeinde kaum Geld. Die teuren Parktickets hätten auch andere Effekte.

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Mehr als eine Million Touristen kommen jährlich in die Region Oberstdorf. Die Hälfte davon sind Tagestouristen, die Oberstdorf vor allem Geld kosten, besonders wenn sie mit dem eigenen Auto anreisen. Hier will die Ortsgruppe des Bund Naturschutz in Oberstdorf ansetzen und fordert provokant eine Parkgebühr von 100 Euro für Tagesgäste.

Tagesgäste bringen kein Geld

Wer für einen Tag herfahre, parke sein Auto jetzt für sechs Euro und nutze dann den Touristenbus, um kostenlos in die Landschaft zu fahren. Ein Tagesgast habe für einen Tagesausflug alles mit dabei und blockiere für den Dauergast die Infrastruktur, argumentiert der BUND. "Sie haben im Endeffekt keinen einzigen Euro da gelassen, aber wir müssen Infrastruktur und alles andere stellen," erklärt Michael Finger, der Vorsitzende der Ortsgruppe.

Weniger Massentourismus - mehr bewusster Tourismus

Gewinner wäre nach seiner Ansicht bei diesem Modell die Gemeinde, die mit dem Mehrerlös den alpinen Wegebau, den Naturschutz und Gemeindeprojekte besser finanzieren könnte. Außerdem würden durch die hohen Parkgebühren weniger, aber bewusstere Tagesgäste kommen. Natur und Lebensräume würden so nicht so sehr strapaziert und der Anreiz mit Bus und Bahn anzureisen, wäre größer.

Verlierer wären Familien

Petra Genster, stellvertretende Tourismusdirektorin von Oberstdorf, sieht das Problem der Tagesgäste, fürchtet aber: Bei 100 Euro fürs Tages-Parkticket würden vor allem Familien wegbleiben.