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Natascha Kohnen hört als SPD-Landeschefin auf | BR24

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Die bayerische SPD-Chefin Natascha Kohnen hat angekündigt, nicht mehr anzutreten bei der Wahl im März. Weshalb entschied sie sich für diesen Schritt - weniger als ein Jahr vor der Bundestags-Wahl und inmitten der Pandemie?

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Natascha Kohnen hört als SPD-Landeschefin auf

Nach rund dreieinhalb Jahren an der Spitze der Bayern-SPD hat Natascha Kohnen ihren Rückzug angekündigt. Bei der im März geplanten Neuwahl des Landesvorstandes will die 53-Jährige nicht mehr kandidieren. Die möglichen Nachfolger halten sich bedeckt.

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Von
  • Eva Lell

Die SPD-Landeschefin Natascha Kohnen tritt bei der nächsten Wahl nicht mehr für den Parteivorsitz an. Auf ihrer Facebook-Seite schreibt die 53-Jährige: "In meinen Augen ist es Zeit, dass mehr Jüngere die Verantwortung an der Spitze übernehmen. Denn die Zukunft ist ihre."

Die 53-Jährige ist seit Mai 2017 Landesvorsitzende der Bayern-SPD, zuvor war sie acht Jahre lang Generalsekretärin unter dem damaligen Landeschef Florian Pronold. Im Landtag sitzt Kohnen seit 2008, das Mandat will sie dem Vernehmen nach behalten. Der nächste Parteitag der Bayern-SPD soll im März stattfinden.

Debakel für Bayern-SPD bei der Landtagswahl

Kohnen hatte die Bayern-SPD als Spitzenkandidatin in die Landtagswahl 2018 geführt. Dort brach die SPD um fast elf Prozentpunkte ein und wurde mit historisch schlechten 9,7 Prozent nur noch fünftstärkste Kraft im Freistaat.

Kohnen machte damals die Bundespolitik für das Debakel verantwortlich, geriet aber parteiintern unter Druck, sah sich öffentlichen Angriffen und Rücktrittsforderungen ausgesetzt.

Ungeachtet der Attacken wurde sie Anfang 2019 im Amt bestätigt, auch wenn sie mit 79,3 Prozent der Stimmen deutlich unter ihrem Ergebnis vom Mai 2017 zurückblieb, als sie 88,3 Prozent erhalten hatte.

Kohnen zählt zum linken Flügel der SPD

Kohnen ist Mutter von zwei erwachsenen Kindern und lebt in Neubiberg unweit ihrer Geburtsstadt München. Von 2009 bis 2017 war die studierte Biologin Generalsekretärin im Landesverband. Vor ihrer politischen Karriere in Bayern lebte Kohnen einige Zeit in Paris.

Innerhalb der SPD wird Kohnen dem linken Flügel zugeordnet. Zu ihren wichtigsten politischen Themen zählen die Wohnungsnot und der Kampf gegen steigende Mieten.

Von Brunn und Grötsch als mögliche Nachfolger

Ein denkbarer Nachfolger an der Spitze der Bayern-SPD ist der SPD-Bundestagsabgeordnete und Generalsekretär Uli Grötsch. Auf BR-Anfrage sagte er: "Heute ist nicht der Tag, an dem ich über Nachfolge rede. Es ist der Tag, an dem ich Natascha Kohnen danken möchte, auch dafür, dass sie durch ihre frühe Ankündigung einen Übergang möglich macht. Wer künftig an der Spitze der stehen wird, das werden die nächsten Monate zeigen."

Als möglicher Nachfolger gilt parteiintern auch der Landtagsabgeordnete Florian von Brunn. Auch er dankt Natascha Kohnen auf BR-Anfrage und erklärt schriftlich: "Was wir jetzt brauchen, sind grundsätzliche Überlegungen, wie wir angesichts der sehr schwierigen Lage der bayerischen SPD im Team eine neue Strategie entwickeln, uns wieder in die Offensive bringen und unsere Politik viel sichtbarer machen. Und bei diesem Neustart müssen wir auch die Basis breit einbinden und beteiligen."

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Seit dreieinhalb Jahren ist Natascha Kohnen Chefin der Bayern-SPD. Nun kündigte sie an, beim nächsten Landesparteitag im März nicht mehr anzutreten.

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