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Mars-Hubschrauber "Ingenuity".

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    Technische Probleme: Nasa verschiebt Heli-Flug auf dem Mars

    Geplant sind nur 40 Sekunden Schweben - doch über der Mars-Oberfläche wäre das ein historischer Flug: Die Nasa will ihren Hubschrauber "Ingenuity" erstmals über dem Roten Planeten aufsteigen lassen. Technische Probleme verzögern den Erstflug aber.

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    • BR24 Redaktion

    Eine ganz besondere Präsentation hat die US-Weltraumbehörde Nasa angekündigt und dabei einen historischen Vergleich gezogen: Am 17. Dezember 1903 hoben die Brüder Wright in North Carolina nacheinander mit einem Motorflieger ab. Zwölf Sekunden war die Maschine beim weltweit ersten motorisierten Flug in der Luft - 36 Meter weit kam sie dabei. Es war eine Strecke, die in die Geschichte einging. Nun soll der Erstflug auf dem Mars folgen - und Stunden später die Veröffentlichung der dabei gemachten Videos. Allerdings müssen alle Interessierten noch etwas länger auf diese Bilder warten als geplant.

    Erster Hubschrauberflug auf einem anderen Planeten

    Es wäre der erste Hubschrauberflug über einem anderen Planeten überhaupt. Doch es gibt technische Probleme. Deshalb muss der Erstflug nun verschoben werden. Der kleine Hubschrauber "Ingenuity", der an Bord des Rovers "Perseverance" im Februar auf dem Mars gelandet war, werde nun frühestens am 14. April starten, twitterte die Nasa. Zuvor war als frühestmöglicher Starttermin der 11. April genannt worden. Der Helikopter soll das Flugzeitalter auf dem Roten Planeten eröffnen.

    Seit Ende Februar auf dem Mars

    Zum Hintergrund: "Ingenuity" war Ende Februar im Bauch des Rovers "Perseverance" nach 203 Flugtagen in dem ausgetrockneten See "Jezero Crater" auf dem Mars aufgesetzt. Diesen See soll "Perseverance" in den kommenden zwei Jahren untersuchen. Entwicklung und Bau hatten rund 2,5 Milliarden Dollar (etwa 2,2 Milliarden Euro) gekostet und acht Jahre gedauert. Das Fahrzeug soll auf dem Mars nach Spuren früheren mikrobiellen Lebens fahnden sowie das Klima und die Geologie des Planeten erforschen.

    Eine Liste von Schwierigkeiten

    Dem ersten Flug für den 1,8 Kilogramm leichten Mini-Hubschrauber an Bord gehen ebenfalls Jahre akribischer Arbeit voraus. Die Herausforderungen für "Ingenuity":

    • Die Kälte: Bis vor wenigen Tagen wurde "Ingenuity" durch den Rover "Perseverance" auf dem Mars geschützt. Eingebaute Heizungen verhinderten bei Nächten mit minus 90 Grad, dass Elektronik an Bord zerstört wird. "Während es eine große Herausforderung sein wird, auf der Marsoberfläche ausgesetzt zu werden, wird es eine noch größere Herausforderung sein, die erste Nacht auf dem Mars allein zu überleben, ohne dass der Rover ihn schützt und mit Strom versorgt", sagte Chefingenieur Bob Balaram. Diese Hürde hat die kleine Maschine bereits gemeistert.
    • Suche nach der richtigen Position: Weil der nächste Mensch, der "Ingenuity" in der Mitte seines zehn-mal-zehn Meter Startplatzes aufstellen könnte, derzeit rund 250 Millionen Kilometer weit weg ist, musste der Mini-Hubschrauber sich aufwendig selbst in Stellung bringen. Nachdem er vom Rover abgesetzt wurde, begann ein Prozess über mehrere Tage, bei dem "Ingenuity" vom Fahrzeug abgedockt und mit dessen Greifarm auf seine vier Beine gestellt wurde.
    • Dünne Atmosphäre: Es gibt zwar eine Atmosphäre, aber viel dünner als die auf der Erde. Sogar Windgeräusche gibt es auf dem Mars. Bei guten Wetterbedingungen wollte das Nasa-Team die Erlaubnis zum Start geben. Die Rotoren sollten dann auf 2.537 Umdrehungen pro Minute beschleunigen und "Ingenuity" planmäßig zu seinem historischen Jungfernflug abheben. Doch wie sollen die Rotoren überhaupt das Gewicht nach oben ziehen, wenn sie beim Kreisen in der Atmosphäre kaum auf Widerstand treffen? Der Plan: Er steigt dabei drei Meter in die Höhe, bleibt dort für 30 Sekunden in der Luft stehen und landet nach insgesamt etwa 40 Sekunden wieder. Weitere, waghalsigere Flüge sollen folgen.
    • Energieversorgung: Die Rotorblätter müssen bei Mars-Flügen um ein Vielfaches schneller kreisen als auf der Erde. Denn obwohl die Anziehungskraft des Mars nur etwa ein Drittel so stark ist wie die der Erde, beträgt die Dichte der Atmosphäre auf der Oberfläche im Vergleich nur ein Prozent. Die Energie für diese Kraftanstrengung zieht "Ingenuity" aus seiner über Solarzellen gefütterten Batterie.

    Eigentlich waren die letzten Tests "Ingenuity"-Projektmanagerin MiMi Aung zufolge auch zur Zufriedenheit der Nasa verlaufen: "Wir haben das Energieprofil von "Ingenuity" überprüft: sehr gesund, sehr gut." Die Sensoren und Computer des Helis seien eingeschaltet und liefen einwandfrei, die Rotorblätter seien auch ausgefahren und sogar schon in Betrieb gegangen: "Wir haben einen Rotortest mit niedriger Drehzahl bei 50 Umdrehungen pro Minute abgeschlossen."

    Historischer Glücksbringer an Bord

    Unter den Solarzellen des Hubschraubers haben die Ingenieure dabei noch etwas Besonderes versteckt: An einem Kabel ist ein kleines Stück Stoff aus dem Flugzeug der Brüder Wright befestigt. Die beiden Männer waren also nicht nur am ersten motorisierten Flug auf der Erde beteiligt. Sie werden auch indirekt am Jungfernflug auf dem Mars dabei sein und so noch einmal Fluggeschichte schreiben - über den Erdhorizont hinaus.

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