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NASA-Technik in Plattling: Schwerelos Joggen, leichter Abnehmen | BR24

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Schwerelos Laufen wie Astronauten im All - das ist für Physiopatienten in Plattling im Kreis Deggendorf möglich. Mit dem Anti-Schwerkraft-Laufband - eine Technik der NASA.

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NASA-Technik in Plattling: Schwerelos Joggen, leichter Abnehmen

Schwerelos Laufen wie Astronauten im All - das ist für Physiopatienten in Plattling im Kreis Deggendorf möglich. Mit dem Anti-Schwerkraft-Laufband - einer Technik der NASA. Es läuft sich nicht nur leichter, sondern man nimmt auch schneller ab.

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Von
  • Sarah Beham

Ex-Fußball-Manager Reiner Calmund hat damit abgenommen, Fußballprofis wie Manuel Neuer und Joshua Kimmich trainieren nach Verletzungen damit: mit dem Anti-Schwerkraft-Laufband. Ursprünglich wurde das Gerät mit der speziellen Differenzialluftdrucktechnologie von der NASA entwickelt, um Astronauten auf das Weltall vorzubereiten.

NASA-Technik für Physiozentren

Mittlerweile hilft die Technik Physio- oder Rehapatienten, die nach Verletzungen wieder mit dem Sport beginnen. Auch Leistungssportler laufen in der Fast-Schwerelosigkeit, um ihre Ausdauer zu trainieren.

Laut "proxomed Medizintechnik" gibt es in Deutschland rund 150 Anti-Schwerkraft-Laufbänder, in ganz Bayern nicht mal zehn. Bei Physiotherapeut Christian Marquardt in Plattling (Lkr. Deggendorf) steht eins.

Anti-Schwerkraft-Laufband in Plattling

Viele laufen hier, die mit Muskelfaserrissen oder Kreuzbandverletzungen zu kämpfen haben. Aber auch Patienten mit Beinprothesen oder einer Querschnittslähmung joggen auf dem Anti-Schwerkraft-Laufband. Marquardt hat auch viele übergewichtige Patienten mit Gelenkproblemen:

"Die übergewichtigen Patienten tun sich schwer, draußen zu laufen. Sie hätten nach 50 Metern Schmerzen und haben keine Ausdauer. Auf dem Anti-Schwerkraft-Laufband trainieren sie das Laufen mit weniger Körpergewicht und es besteht hier auch keine Sturzgefahr." Christian Marquardt, Physiotherapeut
© BR/Sarah Beham

Schwerelos joggen - das können Astronauten auf der ISS. Um das auf der Erde zu simulieren gibt's Anti-Schwerkraft-Laufbänder - und die kommen jetzt auch bei Reha-Patien und übergewichtigen Menschen zum Einsatz.

Körpergewicht um 80 Prozent reduziert

Das Gewicht der Patienten kann auf dem Laufband extrem reduziert werden. Mit dem Überdruck laufen sie fast schwerelos und vor allem gelenkschonend. Dazu schlüpfen die Patienten in eine spezielle Neopren-Hose. Sie stehen bis zur Hüfte in einem großen Luftkissen, darunter das Laufband. Die Hose ist luftdicht mit dem Kissen verschlossen. Das Laufband wiegt die Patienten, befüllt das Kissen mit Luft. Ein Überdruck entsteht, der bis zu 80 Prozent des Körpergewichts der Patienten tragen kann.

Unten am Laufband sind eine Videokamera und eine Druckmessplatte installiert. Mithilfe eines Monitors am Laufband hat Physiotherapeut Marquardt das Gangbild seiner Patienten im Blick: "Ich sehe damit, wie sehr die Beine der Patienten belastet werden oder wie groß ihre Schritte sind und kann sie dann auch verbessern", so Marquardt.

Schwerelos Laufen wie im Weltall

Rita Schattenkirchner kommt regelmäßig zu Marquardt zum Trainieren. Sie hat Übergewicht und mittlerweile Hüft- und Gelenkprobleme. Auf dem Laufband fällt ihr das Joggen leicht.

"Es ist nicht wie Laufen, sondern eher Schweben. Sehr angenehm und bei Weitem nicht so anstrengend wie normales Laufen. Man hat mehr Spaß an der Bewegung, weil es viel einfacher ist und man bewegt sich lieber." Rita Schattenkirchner, Patientin

Die Krankenkasse übernimmt das Training von Rita Schattenkirchner und Patienten, die bereits Probleme haben.

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