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NASA-Mission: Experten in Hof fiebern bei der Mars-Landung mit | BR24

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Nach seiner Reise quer durchs All landete am Donnerstagabend ein Mars-Rover der NASA auf dem roten Planeten. Auch in Franken war die Spannung groß, da Hofer Geologen die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA bei der Mission unterstützen.

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NASA-Mission: Experten in Hof fiebern bei der Mars-Landung mit

Der NASA-Roboter "Perserverance" ist auf dem Mars gelandet. In Hof haben einige Menschen besonders mitgefiebert. Denn dort haben Forscher wichtige Erkenntnisse zum Gelingen der Mars-Mission geliefert.

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Von
  • Thorsten Gütling
  • Annerose Zuber

Im Freistaat haben einige Wissenschaftler ganz besonders mitgefiebert, als der Rover "Perserverance" am Donnerstagabend auf dem roten Planeten gelandet ist. Denn am Landesamt für Umwelt (LfU) in Hof sind Grundlagen für die Mars-Expedition gelegt worden.

Rover "Perserverance" fliegt sechs Monate zum Mars

Bei einem Rover handelt es sich um ein Roboterfahrzeug. Der Name "Perserverance" bedeutet auf Deutsch soviel wie "Ausdauer". Die hat der Roboter auch benötigt. Seit seinem Start am 30. Juli 2020 am Weltraumbahnhof im US-Bundesstaat Florida ist war Sonde mit dem Rover an Bord sechseinhalb Monate unterwegs. Einschließlich mehrerer Umrundungen des roten Planeten war sie bis zu ihrer Landung auf einem ausgetrockneten See, dem Jezero Krater, rund 480 Millionen Kilometer unterwegs.

Gesteinsproben aus dem Nördlinger Ries liefern Daten

Im Landesamt für Umwelt in Hof beobachtet man die Mission ganz besonders. Dort lagern Gesteinsproben aus dem Nördlinger Ries, einem Naturraum zwischen Nürnberg, Stuttgart und München. Bei dem Ries handelt es sich um einen rund 15 Millionen Jahre alten Krater, der durch einen Meteoriteneinschlag entstanden ist. Und in den Gesteinsproben aus dem Meteoriten-Krater haben die Hofer Geologen zusammen mit Forschern aus den USA, Großbritannien und der Uni Göttingen spezielle Stickstoff-Einlagerungen gefunden, die wohl auch in dem Krater auf dem Mars vorhanden sind.

"Das Nördlinger Ries ist quasi das irdische Testfeld für die Entscheidung, wo es sich lohnt, auf dem Mars nach Leben zu suchen." Roland Eichhorn, Chef-Geologe am Landesamt für Umwelt

Deshalb fiebern auch Experten im Nördlinger Ries mit.

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Der Rover "Perserverance" soll auf dem Mars Bodenproben sammeln. Eine Mission, an deren Vorbereitung auch Wissenschaftler aus Hof beteiligt sind, wie Bayerns Chef-Geologe Roland Eichhorn erklärt.

Wasser als Grundlage für Leben

Vorausgegangen war die Erkenntnis, dass das Wasser im Nördlinger Ries zu Beginn wahrscheinlich genauso alkalisch und salzig war, wie höchstwahrscheinlich das in dem Krater, auf dem der Mars-Rover landet. Die Wissenschaftler vermuten darin eine gute Grundlage für Bakterien.

"Perserverance" sucht nach Gestein mit hohem Stickstoffgehalt

Damit haben die Wissenschaftler auch herausgefunden, wonach der Rover auf dem Mars suchen muss - nämlich nach erhöhtem Stickstoffgehalt im Gestein, der immer dort zurückbleibt, wo einmal Wasser war, aber nicht mehr ist. Dieses Wissen könnte über Erfolg und Misserfolg der Mission entscheiden. Denn aufgrund seiner Größe kann der Rover nur 43 Bohrkernproben zu je 15 Gramm aufnehmen. Es gilt also von Anfang an, auf die richtigen Proben zu setzen.

Wenn sich die Vermutungen der Wissenschaftler bestätigen, will die NASA frühestens 2026 in einer weiteren Mission Gestein vom Mars auf die Erde bringen.

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Die NASA hat eine weitere Mars-Mission gestartet. Ein Rover soll auf dem Roten Planeten Bodenproben sammeln. Eine Mission, an deren Vorbereitung auch Wissenschaftler aus Hof beteiligt sind.

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