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Naiv, aber nur Spaß? Früherer Faschingsfunktionär vor Gericht | BR24

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Früherer Faschingsfunktionär vor Gericht - Gerichtsreporter Wolfram Hanke im Gespräch mit Moderatorin Nadine Hauk

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Naiv, aber nur Spaß? Früherer Faschingsfunktionär vor Gericht

Ein Präsidiumsmitglied eines Würzburger Faschingsvereins soll über WhatsApp mehrere gewaltverherrlichende und menschenverachtende Bilder verbreitet haben. Vor Gericht bezeichnete er sein Verhalten am Donnerstag als naiv.

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Der Fall, der am Donnerstag am Amtsgericht in Würzburg verhandelt wird, hatte für große Aufregung gesorgt. Vor Gericht steht ein ehemaliges führendes Mitglied der Fastnachtsgilde Giemaul Heidingsfeld e.V. Der Vorwurf lautet: Volksverhetzung in zwei Fällen. Der 52-jährige soll im Februar 2018 in einer internen WhatsApp-Gruppe namens "Elferunsinn" zwei höchst problematische Bilder gepostet haben. Bilder, die fremdenfeindlichen und rassistischen Charakter haben, so der Staatsanwalt.

Weiterleitung "naiv und töricht"

Der 52-jährige Angeklagte hat sich gleich zu Beginn ausführlich zu den Vorwürfen geäußert. Er habe diese Bilder weitergeleitet und das sei naiv und töricht von ihm gewesen. Er wolle um Entschuldigung bitten. Rechtes Gedankengut sei ihm fern. Er habe das alles nur für einen geschmacklosen Spaß gehalten und gedacht, das würde alles intern bleiben - in einer WhatsApp-Gruppe, die aus 24 ehemaligen und aktuellen Elferräten besteht.

Anzeige von Würzburger Bündnis

Drei Mitglieder dieser Gruppe hatten sich vergangenes Jahr vertraulich an die damalige zweite Sitzungspräsidentin gewandt und ihr davon berichtet. Sie hat sich dann mit Anwälten beraten und hat sich schließlich mit dem Würzburger Ombudsrat in Verbindung gesetzt. Anzeige hat dann das „Bündnis für Zivilcourage“ erstattet. Mit ihrer Initiative ist die Präsidentin übrigens nicht nur auf Gegenliebe gestoßen. Gegen sie wurde ein Antrag auf Ausschluss gestellt: wegen vereinsschädigenden Verhaltens, wie es hieß. Unter diesem Druck ist sie dann freiwillig ausgetreten.

Geldstrafe nicht akzeptiert

Bereits im Februar dieses Jahres wurde Strafbefehl gegen den Angeklagten erlassen. Der Mann sollte eine Geldstrafe bezahlen und sein Handy sollte eingezogen werden. Auch die Kosten des Verfahrens sollte der Angeklagte tragen. Diesen Strafbefehl aber hat der 52-jährige aber nicht akzeptiert. Der Prozess wird am 11. Juni fortgesetzt.