Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Nächster Bruno? Bär an Grenze zu Bayern gesichtet | BR24

© BR

Im Bezirk Reutte in Tirol ist wenige Kilometer von der bayerischen Grenze entfernt ein Bär von einer Wildtierkamera fotografiert werden. Vermutlich handelt es sich um das Tier, das im Pitztal vor drei Wochen drei Schafe gerissen haben soll.

24
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Nächster Bruno? Bär an Grenze zu Bayern gesichtet

2006 trieb "Problembär" Bruno sein Unwesen in Bayern. Vor gut einer Woche wurde wieder ein Bär gesichtet, diesmal im Bezirk Reutte in Tirol. Dort ist er in eine Fotofalle getappt: knapp 20 Kilometer von Bayern entfernt.

24
Per Mail sharen
Teilen

Drollig schaut er aus, der Bär auf dem Schwarz-Weiß-Foto. Er ist noch jung, sitzt im buschigen Gras und scheint daran zu schnuppern. Doch das Foto hat einige Menschen in Bayern in Alarmbereitschaft versetzt.

Nikolaus Grasegger ist Bauernobmann in Grainau. Dort, wo im Jahr 2006 Bär Bruno sein Unwesen trieb:

"Ein ganz ungutes Gefühl ist das. Wir haben das ja damals mitgemacht, wo er in Siedlungen eingedrungen ist und etwa 15 Schafe gerissen hat; kein schöner Anblick." Nikolaus Grasegger, Bauernobmann in Grainau

Problembär Bruno kam vor 13 Jahren aus dem italienischen Trentino über Tirol nach Bayern. Der erste seit 170 Jahren. Sechs Wochen lang wurde versucht, das Tier einzufangen; auch mit Hilfe finnischer Bärenjäger. Schließlich aber wurde Bruno abgeschossen und steht jetzt ausgestopft im Münchner Museum "Mensch und Natur" in Schloss Nymphenburg .

Bär könnte bereits in Bayern sein

Theoretisch könnte der in Tirol gesichtete Bär bereits in Bayern sein, sagt Johannes Fritz, Amtstierarzt des Bezirks Reutte:

"Das ist durchaus möglich von der Mobilität des Tieres her, denn die schaffen locker 30 Kilometer am Tag. Da kann er locker schon ein gutes Stück in Bayern vorangekommen sein. Seit dort haben wir keine konkreten Hinweise auf die Anwesenheit des Bären bekommen, insofern muss ich vermuten, dass er meinen Bezirk schon verlassen hat. Nur welche Himmelsrichtung er nimmt, das kann niemand sagen." Johannes Fritz, Amtstierarzt des Bezirks Reutte

Bislang unauffällig und scheu

Doch selbst wenn der Braunbär nach Bayern kommt – im Gegensatz zu seinem prominenten Vorgänger Bruno verhält er sich bisher ruhig, so der Tierarzt.

"Das Tier ist komplett scheu, unauffällig und meidet menschliche Siedlungen. Sonst wäre er irgendwie gesichtet worden. Es hat uns niemand mitgeteilt, dass etwas passiert wäre. Der ist nicht vergleichbar mit dem Bär Bruno 2006." Johannes Fritz, Amtstierarzt des Bezirks Reutte

Wahrscheinlich handelt es sich um das Tier, das im Pitztal vor drei Wochen gesichtet worden war. Dort hatte der Bär vermutlich drei Schafe gerissen.

Damit sich ein solches Drama wie bei Bruno nicht wiederholt, wurde vom Umweltministerium eine Art Taskforce gegründet. Heraus kam ein Managementplan für Braunbären in Bayern.

Hierneis: "Wir haben keinen Plan"

Dass dieser Plan ausreicht, bezweifelt jemand, der vor 13 Jahren an diesem Managementplan mitgearbeitet hat. Christian Hierneis sitzt mittlerweile für die Grünen im Landtag. Auch er sähe es lieber, wenn der Bär nicht nach Bayern käme, allerdings aus anderen Gründen als die Almbauern.

"Wenn der Bär bei uns bleibt, haben wir keinen Plan, kein Monitoring, gar nichts… Es fehlen die Spezialisten, die das beobachten, einschätzen und damit umgehen können." Christian Hierneis, Grüne

Nach Auskunft des Landesames für Umwelt wird genau beobachtet, welchen Weg der Bär einschlägt. Allerdings wurde die Expertengruppe für große Beutegreifer aufgelöst. Die Stufe zwei im Wildtiermanagement Bayerns fehlt bis heute.

Insofern wäre es vermutlich besser für beide Seiten, wenn der noch namenlose Wanderer diesmal nicht den Weg nach Bayern findet.