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Nachhaltiges und verantwortungsvolles Schenken zu Weihnachten | BR24

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Bildrechte: picture alliance / MIS | Bernd Feil/M.i.S.

Rund 512 Euro wollen die Bayern laut einer Studie der FOM-Hochschule heuer für Weihnachtsgeschenke ausgeben - und zwar für Kosmetik, Spielwaren, Bücher oder Kleidung. Schenken geht auch nachhaltig, findet der BUND Naturschutz.

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Nachhaltiges und verantwortungsvolles Schenken zu Weihnachten

Rund 512 Euro wollen die Bayern laut einer Studie der FOM-Hochschule heuer für Weihnachtsgeschenke ausgeben und zwar für Kosmetik, Spielwaren, Bücher oder Kleidung. Mit folgenden Tipps kann das Schenken nachhaltiger werden.

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Von
  • Leonie Thim

Immer mehr Geschäfte verkaufen nachhaltige und faire Produkte. Auch das Bewusstsein dafür nimmt zu, findet die Münchner Ladenbesitzerin Keyla Heinze, wenn auch langsam. Dabei seien nachhaltige Produkte gleich in zweierlei Hinsicht sinnvoll. Zum einen mache man sich selber eine Freude, weil die Qualität der Waren gut sei. Zum anderen bekämen diejenigen, die die Produkte herstellen, auch einen fairen Lohn für ihre Arbeit, sagt Keyla Heinze. "Und das ist einfach toll."

"Fair und nachhaltig ist eine Frage des Respekts"

In ihrem Laden verkauft sie Accessoires, Kleidung, Kosmetik und Keramik ab fünf Euro aus fairer Produktion. Für Keyla Heinze ist es eine Frage des Respekts vor der Natur und vor dem Menschen. "Das bedeutet diese Kleidung: Dass sie mit Respekt hergestellt wird und das ist eine Sache, die ich von Herzen unterstütze", erklärt sie.

Auch der Umweltverband Bund Naturschutz in Bayern setzt sich dafür ein, dass Schenken nachhaltiger wird. Die Agrarreferentin des Verbandes, Marion Ruppaner, empfiehlt, nur das zu schenken, was auch wirklich gebraucht wird. Das heißt, zu versuchen nichts Unnötiges zu verschenken.

Verschiedene Siegel zeigen Nachhaltigkeit und Fairness

Darüber hinaus rät der Umweltschutzverband dazu, nachhaltige Produkte zu kaufen. Was nachhaltig ist, erkenne man an den Produktionsbedingungen - ob sie sozial sind, mit fairem Lohn, ohne Kinderarbeit und möglichst keinen Schadstoffen.

Im Bereich der Kleidung zeigen Siegel wie GOTS oder der Grüne Knopf, dass die Mode ökologisch und sozial hergestellt wurde. Für Nahrungsmittel gibt es unter anderem das Bio-Siegel-Deutschland, Demeter oder auch das Fairtrade-Siegel. Der Blaue Engel ist eines der bekanntesten Labels für Elektrogeräte, Büromaterial und Haushaltszubehör.

Markt für umweltschonende und faire Produkte

Eine Möglichkeit diese Produkte zu kaufen, bieten laut Bund Naturschutz zu Beispiel "Eine-Welt-Läden" oder Naturkostläden. In Online-Suchmaschinen könne man darüber hinaus weitere Geschäfte in der eigenen Stadt finden. Am besten "nachhaltig einkaufen [und die entsprechende Stadt einfügen]" in die Suchmaschine eingeben und im Laden der Wahl shoppen.

Gutscheine, Selbstgemachtes oder Gebrauchtes

Neben Büchern, Spielzeug und Kosmetik verschenkt auch jeder Zweite in Deutschland laut einer bundesweiten Umfrage der FOM-Hochschule gerne Gutscheine. Das müssten nicht immer Warengutscheine sein, findet Marion Ruppaner vom Bund Naturschutz. Auch gemeinsame Wanderungen oder andere Aktivitäten unter dem Motto "miteinander Zeit verbringen" könnten verschenkt werden. "Wir denken, dass weniger eigentlich oft mehr sein kann", sagt Marion Ruppaner. Vielleicht reiche es auch, etwas Selbstgemachtes zu verschenken, beispielsweise selbstgebackene Kekse mit Ökozutaten.

Auch Gebrauchtes zu verschenken ist nachhaltig. Online bieten Plattformen wie Ebay, Kleiderkreisel, nebenan.de oder Backmarket für Second-hand-Elektronik entsprechende Angebote. Offline gibt es zahlreiche Second-Hand-Geschäfte, die allerlei Gebrauchtes verkaufen, wie die Diakonia Kaufhäuser der Caritas oder die Oxfam Shops.

"Es ist allerhöchste Zeit"

Für Ladenbesitzerin Keyla Heinze ist es allerhöchste Zeit, dass sich das Konsumverhalten und das Bewusstsein der Menschen ändern und sie sich Gedanken darüber machen, ob ihre Weihnachtsgeschenke fair und nachhaltig produziert wurden.

"Die Natur schreit: Hilfe! Aber wir wollen es nicht hören", sagt Keyla Heinze. Zwar gebe es immer mehr Menschen, die bewusster konsumieren. Aber die Ladenbesitzerin hofft auf noch mehr Unterstützung. "Dass wir es auch weitergeben können", sagt sie. Vor allem in diesem Jahr, in dem der Einzelhandel sehr unter der Corona-Pandemie gelitten habe, sei die Unterstützung noch wichtiger.

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