BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Nachbarschaftsstreit um Hühner endet vor Gericht | BR24

© BR

Tierhaltung in einem Wohngebiet ist schwierig. Um Hühner und Laub ist es im Münchner Nobelstadtteil Bogenhausen zu einem Nachbarschaftsstreit gekommen, der am Ende mit zwei Verurteilungen für den Hühnerhalter geendet hat.

9
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Nachbarschaftsstreit um Hühner endet vor Gericht

Weil die Hühner seines Nachbarn sich schon in aller Frühe lautstark bemerkbar machten, hat ein Mann aus München einen 58-Jährigen verklagt. Der bedrohte ihn daraufhin - und wurde deshalb zu einer Bewährungs- und Geldstrafe verurteilt.

9
Per Mail sharen
Teilen

Ein Nachbarschaftsstreit um Hühnerhaltung im Münchner Nobelviertel Bogenhausen und um das Laub einer Hängebuche endet mit der doppelten Verurteilung eines 58-jährigen Privatiers. Das Münchner Amtsgericht hat den Fall am Montag als Urteil der Woche veröffentlicht.

Einen Gockel und zehn Hühner hielt ein Privatier in seinem Garten in Bogenhausen. Einen Nachbarn störte das so, dass er ihn verklagt hat. "Der Hahn soll ab vier Uhr morgens gekräht haben, die Hühner gackerten den ganzen Tag", sagte Gerichtssprecher Klaus-Peter Jüngst. "Das soll mit erheblichem Geruch verbunden gewesen sein, der Beklagte hat auch begonnen, Laub vom Baum des Nachbarn schlicht über den Zaun zurückzuwerfen, allerdings vermischt auch mit Resten, die aus der Hühnerzucht stammten."

Bewährungs- und Geldstrafe für 58-Jährigen

Das Amtsgericht verurteilte den Hühnerhalter in einem Zivilverfahren auf Unterlassung. In einem Drohbrief hatte er verlangt, dass der Nachbar die Klage zurückziehen solle, sonst würde er dessen Haus anzünden, außerdem forderte er 10.000 Euro.

Im darauf folgenden Strafprozess gab der Hühnerhalter zwar alles zu, er habe den Nachbarn nur erschrecken wollen - zudem habe er an dem Tag fünf Bier getrunken. Wegen des Geständnisses und weil er nicht vorbestraft war, erhielt der 58-Jährige schließlich vom Schöffengericht eine Freiheitsstrafe von sieben Monaten zur Bewährung wegen versuchter räuberischer Erpressung. Außerdem muss er eine Bewährungsauflage von 3.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen. Beide Urteile sind rechtskräftig.