Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Wie Ehrenamtliche Senioren vor dem Altenheim bewahren | BR24

© Bayern 1

Wenn ältere Menschen nicht mehr mobil sind, bedeutet das für viele: Altenheim. Aber was, wenn man noch fit ist und zuhause leben möchte? Ehrenamtliche in Fürstenstein haben sich da etwas einfallen lassen.

5
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Wie Ehrenamtliche Senioren vor dem Altenheim bewahren

Wenn ältere Menschen nicht mehr mobil sind, bedeutet das für viele: Altenheim. Aber was, wenn man noch fit ist und zuhause leben möchte? Ehrenamtliche in Fürstenstein haben sich da etwas einfallen lassen.

5
Per Mail sharen
Teilen

Was tun, wenn man ein Alter erreicht, in dem man das Auto besser stehen lassen sollte - man aber so ländlich wohnt, dass man ohne Auto aufgeschmissen ist? Viele ältere Menschen müssen genau an diesem Punkt ins Altenheim ziehen. Dieses Problem haben Tausende Senioren in der Region Niederbayern - auch in der Gemeinde Fürstenstein im Kreis Passau. Hier haben sich die Bürger aber etwas einfallen lassen: Frauen und Männer fahren jetzt in ihrer Freizeit ehrenamtlich Senioren zum Arzt oder zum Einkaufen. Damit die Rentner weiter daheim wohnen können.

Ohne Führerschein keine Chance

Davon profitiert auch der 86-jährige Xaver Zankl. Er kümmert sich um seine kranke Ehefrau, kocht und pflegt den Garten. Sein Haus liegt abgelegen, genau zwischen Fürstenstein und Eging am See. Zu Fuß hätte er keine Chance und Busse fahren extrem selten. Er sagt, für ihn wäre es das allerschlimmste bei vollem Verstand ins Altenheim ziehen zu müssen. Seit einem Fitnesscheck lässt er das Auto in der Garage stehen - freiwillig, weil er den Reaktionstest nicht bestanden hat. Aber somit ist Zankl auch nicht mehr mobil.

Nachbarschaftshilfe als Rettung

Seine Rettung ist jetzt die neugegründete Nachbarschaftshilfe. Seit wenigen Wochen kann er bei Ehrenamtlichen in der Gemeinde anrufen und eine Fahrt anmelden - kostenlos. Egal, ob zum Arzt, zum Friseur oder zum Seniorentreff. Jeden Freitag geht’s zum Einkaufen. Die Idee zu diesem Fahrdienst hatte Elisabeth Schiefer. Denn ihr ist öfter aufgefallen, dass ältere Leute zu Fuß beim Einkaufen sind und Einkäufe nach Hause schleppen müssen. "Wenn ich die gesehen habe, hab ich die eh heimgefahren", sagt sie.

Zwei Jahre von der Idee bis zur Umsetzung

Doch Senioren immer selbst mitzunehmen, war auf Dauer keine Lösung. Von ihrer Idee bis zur Umsetzung hat es zwei Jahre gedauert. Heute fährt sie mit vier weiteren Ehrenamtlichen. Ihr gibt die Aufgabe viel zurück, sagt die 46-Jährige:

"Es kommt ganz viel zurück, wenn man sieht, wie froh die alten Leute sind und wie dankbar. Herr Zankl war früher in den Vereinen aktiv, ihm habe ich es zu verdanken, dass ich Skifahren lernen konnte in Fürstenstein. Heute helfe ich ihm, früher war er für die Leute von unserem Ort da." Elisabeth Schiefer, Fahrdienst-Initiatorin

Auch Xaver Zankl ist dankbar. Für ihn macht der Fahrdienst vieles einfacher.