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Nachbarregionen kritisieren Thüringens Corona-Lockerungen | BR24

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Politiker im nördlichen Oberfranken sehen die in Thüringen geplanten Corona-Lockerungen sehr kritisch. Gemeinsam mit Kollegen aus Thüringen wollen sie sich mit einen Brandbrief an Ramelow wenden.

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Nachbarregionen kritisieren Thüringens Corona-Lockerungen

Die Regionen Coburg, Neustadt bei Coburg und Kronach befinden sich in unmittelbarer Grenznähe zu Thüringen. Hier wächst die Kritik an den geplanten Corona-Lockerungen im Nachbarland. Ministerpräsident Ramelow will die Maßnahmen bald auslaufen lassen.

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Von
  • Richard Padberg

Die Kritik aus Oberfranken an den geplanten Corona-Lockerungen in Thüringen wächst. Dort plant Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) ab dem 6. Juni die allgemeinen Corona-Beschränkungen aufzuheben und will stattdessen auf regionale Maßnahmen setzen. Am Dienstag (25.05.20) soll darüber im thüringischen Kabinett beraten werden.

Kritik aus Coburg

Coburgs Landrat Sebastian Straubel (CSU) sagte dem Bayerischen Rundfunk, er sehe die Entwicklung mit sehr großer Sorge. Besonders mit Blick auf die Regionen Sonneberg und Coburg, wo der 7-Tage Inzidenzwert von Neuinfektionen in den letzten Wochen zum Teil deutlich über der Obergrenze lag.

Straubel forderte Thüringens Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke) auf, die geplanten Maßnahmen nach dem 6. Juni noch einmal zu überdenken. Der Landkreis sei im ständigen Austausch mit der bayerischen Staatsregierung und den angrenzenden Landkreisen, auch auf thüringischer Seite. Gemeinsam mit der Stadt Coburg und den Landkreisen Sonneberg und Hildburghausen wolle man sich an Ramelow wenden, um die geplanten Lockerungen nochmals zu überdenken, so Straubel.

Kritik aus Kronach

Kronachs Landrat Klaus Löffler (CSU) sagte dem BR, weitreichende Lockerungen im Nachbar-Bundesland würden seinen Landkreis in besonderer Weise betreffen. Unterschiedliche Vorgaben seien für das gesellschaftliche Leben und den Alltag der Menschen sehr problematisch. Er wünsche sich mehr Übereinstimmung in der Vorgehensweise der Bundesländer. Umso mehr komme es in dieser Situation auf die Eigenverantwortlichkeit jedes Einzelnen an. Als Landrat und Leiter der Kronacher Katastrophenschutzbehörde appelliere er, sich an die vom Bundesgesundheitsministerium propagierte "AHA-Formel" – Abstand, Hygiene und Alltagsmasken - zu halten.

Kritik aus Neustadt bei Coburg

Frank Rebhan (SPD), Oberbürgermeister von Neustadt bei Coburg sagte dem BR, er könne sich eine weitreichende Lockerung an der Landesgrenze zu Thüringen nicht vorstellen. Auch sei noch nichts entschieden. Insgesamt halte er das Signal Ramelows für falsch. Er glaube man sei in Deutschland gut durch die Krise gekommen, weil man Abstandsregelungen und eine Maskenpflicht hatte. Er hielte es für klug und richtig, wenn die Regelungen in der Region, die ein Raum sei, weiterhin bestehen blieben, so Rebhan.

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Thüringens Nachbarregionen sehen geplante Lockerungen kritisch.

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