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Nach zwölf Tagen: "Alan Kurdi"-Geflüchtete auf Quarantäne-Schiff | BR24

© Facebook/Sea-Eye

Das Regensburger Rettungsschiff "Alan Kurdi" mit 146 Geflüchteten an Board. Sie wurden nach zwölf Tagen auf ein Quarantäne-Schiff verlegt.

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    Nach zwölf Tagen: "Alan Kurdi"-Geflüchtete auf Quarantäne-Schiff

    Zwölf Tage nach ihrer Rettung im südlichen Mittelmeer sind 146 Geflüchtete von der "Alan Kurdi" auf ein Quarantäne-Schiff verlegt worden. Die Lage an Board hatte sich zuletzt immer mehr zugespitzt.

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    Seit Tagen haben die Migranten auf dem Rettungsschiff "Alan Kurdi" der Regensburger Seenotrettungsorganisation Sea-Eye vor Italien ausgeharrt. Nun sind sie auf ein anderes Schiff in Quarantäne gekommen. Italien verhandelt unterdessen mit anderen EU-Ländern über eine anschließende Verteilung der Geflüchteten.

    Geflüchtete werden zunächst auf Corona getestet

    Die Fähre "Rubattino", die der italienische Katastrophenschutz bereitstellte, übernahm die Menschen am Freitag eine Seemeile vom Hafen von Palermo entfernt, wie die italienische Tageszeitung "La Repubblica" berichtete. An Bord des Fährschiffs werden die Migranten demnach zunächst auf das Coronavirus getestet. Mitarbeiter des Roten Kreuzes werden sie im Auftrag des Katastrophenschutzes während der Quarantäne betreuen. Auch die Crew müsse wahrscheinlich 14 Tage in Quarantäne, sagte Sea-Eye-Sprecher Gorden Isler. Man sei sehr erleichtert über den Transfer. "Italien hat gezeigt, dass es trotz der beispiellosen, gesundheitlichen Herausforderungen handlungsfähig bleibt."

    Anschließende Verteilung immer noch unklar

    Italien verhandelt unterdessen mit anderen EU-Ländern über eine anschließende Verteilung der Migranten. Italien und Malta verweigerten dem deutschen Rettungsschiff "Alan Kurdi" wegen der Corona-Pandemie die Genehmigung, einen Hafen anzulaufen, um die Geflüchteten an Land zu bringen. Die Menschen legen meist im Bürgerkriegsland Libyen ab, wo ihnen in Lagern schwere Misshandlungen drohen. Vor der italienischen Insel Lampedusa wartet auch das spanische Rettungsschiff "Aita Mari" mit etwa drei Dutzend Migranten auf einen sicheren Hafen.

    Staaten müssen auf Notrufe reagieren

    Die Menschenrechtskommissarin des Europarats, Dunja Mijatovic, betonte, dass trotz der Coronavirus-Krise die Seenotrettung von Migranten fortgesetzt werden müsse. Überlebende müssten in einem sicheren Hafen von Bord gebracht werden, erklärte Mijatovic. Sie forderte die Mitgliedstaaten des Europarates auf, unverzüglich auf Notrufe auf See zu reagieren. "Die Covid-19-Krise kann keine Rechtfertigung dafür sein, Menschen wissentlich ertrinken zu lassen."

    Lage an Board spitzte sich zu - Geflüchteter stürzte sich ins Wasser

    Unter den beengten Verhältnissen auf der "Alan Kurdi" wurden die Menschen immer verzweifelter. Nachdem am Vortag drei Menschen als Notfälle an Land gebracht worden waren, rettete die Besatzung einen Flüchtling, der sich ins Wasser gestürzt hatte.