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Nach Zeugen-Festnahme: Vorwürfe gegen Bamberger Justiz
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Nach Zeugen-Festnahme: Vorwürfe gegen Bamberger Justiz

Der 23-jährige Azubi aus Kiel hatte am 13. Februar in diesem Prozess als Zeuge ausgesagt und sei noch im Gerichtssaal verhaftet worden, so die Mutter im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk. Die Begründung der Staatsanwaltschaft Bamberg: Seine Aussage sei widersprüchlich gewesen und es bestehe Fluchtgefahr.

Verfahren wegen Schlägerei

Hintergrund ist ein Prozess um eine Schlägerei, bei der im Juli 2017 ein Mann schwer am Kopf verletzt worden war. Zwei Männer müssen sich deshalb gerade vor dem Landgericht Bamberg wegen versuchten Totschlags und schwerer Körperverletzung verantworten.

Der 23-Jährige war damals zu Besuch in Bamberg und wurde zufällig Zeuge der Schlägerei. Vor Gericht sagte er aus, den Angriff selbst nicht gesehen zu haben, sondern nur, dass ein Mann auf dem Boden lag. Weil sich schon andere Personen um den Mann gekümmert hätten, hätte er dem Vorfall keine weitere Beachtung geschenkt.

Zweifel der Staatsanwaltschaft

Diese Aussage hält die Staatsanwaltschaft Bamberg allerdings für unglaubwürdig. Nach Auswertung eines Überwachungsvideos soll der junge Mann mehr gesehen haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es Absprachen unter den Zeugen gab. Deshalb wurden der 23-Jährige und noch ein weiterer Zeuge in Untersuchungshaft genommen. Damit sollten weitere Absprachen verhindert werden.

Anwalt: Völlig absurd

Die Mutter des Zeugen spricht in dem Zusammenhang von Willkür und Rechtsbeugung. Sie kritisiert außerdem, dass sie ihren Sohn derzeit nicht besuchen dürfe. Ihr Anwalt spricht von einer Posse und hält den Fall für völlig absurd. Fluchtgefahr bestehe nicht, sagte der Jurist. Er kündigte an, Haftprüfung zu beantragen. Wie lange das dauern wird, konnte er nicht sagen. Der Prozess wird heute am Landgericht Bamberg fortgesetzt. Es sollen drei weitere Zeugen gehört werden.

Der Bamberger Justizpalast

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