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Nach Vergewaltigung in Rosenheim: WhatsApp-Gruppe für Heimweg | BR24

© BR/Julia Müller

Sinnvoll? Sicher? Die WhatsApp-Gruppe "Sicherer Heimweg Rosenheim" sorgt für Diskussionen.

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    Nach Vergewaltigung in Rosenheim: WhatsApp-Gruppe für Heimweg

    "Sicherer Heimweg Rosenheim" nennt sich eine WhatsApp-Gruppe, die seit der Vergewaltigung einer Frau auf dem Nachhauseweg vom Herbstfest viel Anklang findet. Der Verein Frauennotruf reagiert verhalten auf die App, die Polizei verweist auf die 110.

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    Damit Frauen im Rosenheimer Nachtleben sicher nach Hause kommen, hat Chris Preisinger die WhatsApp-Gruppe "Sicherer Heimweg Rosenheim" ins Leben gerufen. Sein Motiv? Er wolle helfen, sagt der 26-jährige Rosenheimer im BR-Interview.

    Wie bei jeder anderen WhatsApp-Gruppe auch, müssen Interessierte eine Anfrage stellen und werden dann hinzugefügt. In der Gruppe tauschen sich Frauen aus, die einen sicheren gemeinsamen Heimweg wollen; der direkte Kontakt und Treffpunkt wird dann nur zu zweit in direkter Absprache getroffen.

    Mittlerweile 75 Teilnehmerinnen in der WhatsApp-Gruppe

    Seit Bekanntwerden dieser App ist die Gruppe bereits auf 75 Teilnehmerinnen angewachsen. Rund 100 Anfragen gebe es noch, sagt Preisinger. Die Gruppe soll nicht mit dem Herbstfest an diesem Sonntag enden, sondern eine Dauereinrichtung werden. Deshalb hängen bereits in zehn Rosenheimer Bars und Nachtclubs Plakate mit einem entsprechenden Hinweis.

    Initiator: Checke jede Anfrage, jedes Profil

    Sicherzustellen, dass sich nur Frauen anmelden, bereitet dem 26-Jährigen nach eigenen Worten schlaflose Nächte. Er checke persönlich jede einzelne Anfrage, jedes Profil, jedes Profilbild, sagt er. Und er prüfe anhand von gepflegten Profilen auf zum Beispiel Facebook oder Instagram, ob es diese Person wirklich gibt. Auch Videotelefonate habe er schon geführt. Und es seien sogar schon Frauen persönlich bei ihm vorbeigekommen, weil sie eben kein Profil irgendwo hätten. Verdächtiges würde er sofort der Polizei melden, versichert Preisinger.

    Verein Frauen- und Mädchennotruf ist skeptisch

    Der Rosenheimer Verein Frauen- und Mädchennotruf reagiert verhalten. Man wisse aus der Präventionsarbeit, dass solche Plattformen auch missbraucht werden könnten. Es bleibe die Frage nach der Garantie, dass sich dort niemand mit falschem Namen einloggt, so Vorstandsmitglied Karin Gack.

    Auch Polizei hat Bedenken

    Die Frage nach der Kontrolle, stellt auch die Polizei – auch im Hinblick auf die Daten. "Wir geben zu bedenken, dass da persönliche Daten freiwillig preisgegeben werden und man ja nicht sicher weiß, wie dann im Nachgang mit diesen Daten umgegangen wird im Rahmen dieser WhatsApp-Gruppe", sagt Alexander Huber, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd.

    Treffpunkt für Heimweg: "Bankerl" aufm Herbstfest

    Die Polizei verweist auf die Notrufnummer 110 und sagt: Am besten schon vorher wissen, wie und mit wem man heimkommt! Der Frauen- und Mädchennotruf hat wieder seine Aktion "A sichere Gaudi" laufen und der dazugehörigen Broschüre mit vielen Tipps.

    Bewährt hat sich das "Bankerl" in der Nähe des "Glückshafens" auf dem Herbstfest. Dort können sich Frauen zum gemeinsamen Heimgehen treffen.

    Täter nach wie vor auf der Flucht

    In der Nacht auf Sonntag war eine 21-Jährige auf dem Nachhauseweg vom Herbstfest im Riedergarten vergewaltigt worden. Der Täter flüchtete unerkannt. Er konnte noch nicht gefasst werden.