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Der Verurteilte mit seiner Anwältin im Gericht.

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    Münchner Raserprozess: Verurteilter will Mord-Urteil anfechten

    Der Mann aus dem Oberland, der am Dienstag im sogenannten "Raserprozess" zu einer lebenslangen Haftstrafe wegen Mordes verurteilt worden ist, will die Entscheidung des Gerichts anfechten. "Das Urteil ist ein Fehlurteil", sagte seine Anwältin.

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    • BR24 Redaktion

    Einen Tag nach der Verurteilung wegen Mordes kündigte die Verteidigerin des 35-jährigen Mannes aus dem Oberland an, in Revision zu gehen. "Das Urteil ist ein Fehlurteil", sagte seine Anwältin Daniela Gabler. "Wir werden in Revision gehen, haben unsere Beweisanträge in der Hauptverhandlung auch schon in Vorbereitung auf die Revision ausgerichtet und rechnen uns gute Chancen aus."

    Scharfe Kritik am Verfahrensverlauf

    "Es handelt sich hier um eine Mordanklage, die vor vier oder fünf Jahren wohl nicht erhoben worden wäre", hatte Anwältin Gabler zum Prozessauftakt gesagt. "Wie kommt man dazu, davon auszugehen, dass unser Mandant vorsätzlich Personen ermorden wollte?" In ihrem Schlussvortrag kritisierte sie den Verlauf des Verfahrens scharf.

    Flucht vor der Polizei unter Drogen

    Das Landgericht München I hatte den 35-Jährigen unter anderem wegen Mordes und vierfachen versuchten Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Mann aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen war am 15. November 2019 kurz vor Mitternacht auf der Flucht vor einer Polizeikontrolle auf der Gegenfahrbahn durch die Stadt gerast. Er soll geflohen sein, weil er unter Drogeneinfluss stand, damit gegen Bewährungsauflagen verstieß und Angst hatte, ins Gefängnis zu kommen.

    Nach Angaben der Ermittler ignorierte er mehrere rote Ampeln und erfasste - nach Angaben der Staatsanwaltschaft mit mehr als 120 Kilometern in der Stunde - zwei 14 und 16 Jahre alte Jugendliche, die gerade die Straße überquerten. Der 14-Jährige starb, die 16-Jährige wurde schwer verletzt.

    Mit Material von dpa

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