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Nach Verurteilung: Holocaust-Leugnerin geht in Berufung | BR24

© BR/Lorenz Storch

Das Amtsgericht Hof hat eine 65-jährige Holocaust-Leugnerin zu einer Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren auf Bewährung verurteilt. Sie muss außerdem eine Geldauflage von 2.000 Euro an den Kinderschutzbund Hof bezahlen.

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Nach Verurteilung: Holocaust-Leugnerin geht in Berufung

Eine Woche, nachdem sie das Amtsgericht Hof wegen Leugnung des Holocaust zu einer Bewährungsstrafe verurteilt hat, hat eine 65 Jahre alte Rentnerin Berufung gegen das Urteil eingelegt.

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Das Verfahren gegen eine Holocaust-Leugnerin aus dem Landkreis Hof geht in die nächste Instanz. Die 65-Jährige will die Bewährungsstrafe, die das Amtsgericht Hof gegen sie verhängt hat, nicht akzeptieren. Sie hat deshalb am Mittwoch (29.01.20) Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt, wie ein Gerichtssprecher auf Anfrage des BR sagte.

Bewährungsstrafe wegen Volksverhetzung und Beleidigung

Das Schöffengericht hatte die Frau wegen Volksverhetzung und Beleidigung zu einer Bewährungsstrafe von anderthalb Jahren verurteilt. Außerdem sollte sie 2.000 Euro an den Kinderschutzbund zahlen.

Massenmord an Juden sei eine Erfindung

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die Rentnerin unter anderem bei einer rechtsextremistischen Kundgebung in Nürnberg behauptet hatte, der Massenmord an Juden sei eine Erfindung. Außerdem habe sie in Internet-Gästebüchern von verschiedenen Vereinen geschrieben, dass kein Deutscher einen Juden vergast habe.

Staatsanwaltschaft fordert Haftstrafen

Während die Staatsanwaltschaft deswegen vor dem Schöffengericht eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten beantragt hatte, hatte der Verteidiger auf Freispruch plädiert. Wann nun die Berufungsverhandlung gegen die Frau vor dem Landgericht Hof stattfindet, steht noch nicht fest.

Computer der Frau beschlagnahmt

Dort ist bereits ein weiteres Verfahren gegen die Rentnerin anhängig – wegen Beleidigung und Bedrohung von Mitarbeitern des SPD-Landtagsabgeordneten Klaus Adelt. Außerdem wurden bei zwei weiteren Hausdurchsuchungen die Computer der Frau beschlagnahmt.