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Vorerst kein Urteil bei Klage gegen DAV und Hüttenwirt | BR24

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Vorerst kein Urteil bei Klage von Querschnittsgelähmten gegen DAV und Hüttenwirt

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Vorerst kein Urteil bei Klage gegen DAV und Hüttenwirt

Das Landgericht II hat im Rechtsstreit zwischen einem 47-jährigen Grafinger und dem ehemaligen Wirt der Tutzinger Hütte sowie dem DAV vorerst kein Urteil gefällt. Die Parteien haben bis Mitte Juli Zeit, sich auf eine Schadensersatzsumme zu einigen.

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Ein Urteil gibt es erstmal nicht. Stattdessen wollen der 47-jährige Grafinger auf der einen und der DAV sowie der ehemalige Wirt auf der anderen Seite versuchen, sich außergerichtlich über die Höhe des Schadensersatzes zu einigen. Falls sie das nicht tun, entscheidet das Gericht über die Schuldfrage und die Schadenssumme.

Seit dem Unfall im Rollstuhl

Vorangegangen war ein tragischer Unfall nach einer Bergtour. Mit einem Freund bestieg der 47-Jährige erst die Benediktenwand, dann quartierten sich die Männer in der Tutziger Hütte ein, eine beliebte Berghütte im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.

Es wurde ein feuchtfröhlicher Abend. Nach eigenen Aussagen ging er nachts von der Toilette zurück ins Bett und öffnete dabei eine Fluchttür im ersten Stock. Von dort fiel er auf eine Plattform und dann rund drei Meter in die Tiefe. Beim Aufprall brach er sich zwei Brustwirbel. Seitdem ist der Familienvater querschnittsgelähmt. Seinen Beruf als Steuerberater kann er nicht mehr ausüben.

Wer ist für das Unglück verantwortlich?

Weil die Plattform kein Geländer hatte, sieht der Mann aus Grafing bei München die Schuld beim damaligen Wirt und bei der Sektion Tutzing des Deutschen Alpenvereins. Letztere sehen die Schuld nicht bei sich, denn unter anderem wurde in einem Gutachten festgestellt, dass der Verunglückte zum Unfallzeitpunkt knapp zwei Promille Alkohol im Blut hatte.

Der Richter Johannes Brose sagte in der Verhandlung, dass seiner Ansicht nach der DAV und der ehemalige Hüttenwirt überwiegend für die Unfallfolgen einzustehen hätten. Ein überwiegendes Eigenverschulden des Klägers sah das Gericht nach der umfangreichen Beweisaufnahme nicht als gegeben.

Am 11. Juli soll die Entscheidung verkündet werden.