Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Polizei: 60 Gaffer "ergötzen" sich an tödlichem Unfall auf A3 | BR24

© Bayern 1

Die Polizei musste am Wochenende Platzverweise für rund 60 Gaffer erteilen. Nach einem tödlichen Unfall auf der A3 bei Iggensbach (Lkr. Deggendorf) "ergötzten" sie sich laut Polizei an dem Unfall. Sie stiegen dafür extra auf einen Lärmschutzwall.

18
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Polizei: 60 Gaffer "ergötzen" sich an tödlichem Unfall auf A3

Die Polizei musste am Wochenende Platzverweise für rund 60 Gaffer erteilen. Nach einem tödlichen Unfall auf der A3 bei Iggensbach (Lkr. Deggendorf) "ergötzten" sie sich laut Polizei an dem Unfall. Sie stiegen dafür extra auf einen Lärmschutzwall.

18
Per Mail sharen
Teilen

Bei dem tödlichen Unfall am vergangenen Wochenende auf der A3 bei Iggensbach (Lkr. Deggendorf) hatte es die Polizei mit besonders sensationshungrigen Gaffern zu tun. Ein unbekannter Autofahrer war ungebremst in den Auflieger eines Sattelzugs aufgefahren und verbrannt. Gaffer stiegen auf einen Lärmschutzwall, um besser fotografieren und filmen zu können. Die Polizei erteilte Platzverweise an 50 - 60 Gaffer, die sich - so die Polizei - an dem Unfall "ergötzt" hätten.

Weitere Polizei-Streife zur Unterstützung gegen Gaffer

Der Deggendorfer Polizeihauptkommissar Hermann Zöttl übte im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk scharfe Kritik. Zöttl erklärte, dass eine Autobahntotalsperre wegen des Unfalls eingerichtet werden musste und der Verkehr über einen Parkplatz abgeleitet wurde. Das nutzten 50 - 60 Verkehrsteilnehmer, um dort zu parken, auf einen Lärmschutzwall zu klettern und von dort oben aus den Unfall zu fotografieren und zu filmen.

Die Polizei musste wegen der Gaffer extra eine weitere Streife zur Unterstützung holen, wie Zöttl sagte. "Wir bauen extra einen Sichtschutz auf für die andere Fahrbahn und viele nutzen das aus. Als ob es nichts Schöneres gibt."

"Gaffer" wollen sich in soziale Medien präsentieren

Laut Zöttl ist das Gaffen mittlerweile ein weit verbreitetes Phänomen, bedingt durch das Smartphone. Durch die sozialen Medien wolle man sich präsentieren und überall dabei sein. Da sei so ein Unfallgeschehen auch ein Teil davon.

"Mich stört das gewaltig, sich am Leid von anderen zu ergötzen aus reiner Sensationsgier, das ist unanständig." Polizeihauptkommissar Hermann Zöttl

Identität des Verunglückten noch unbekannt

Es ist immer noch nicht klar, wer die verunglückte Person ist. Beide Fahrzeuge fingen Feuer, der Fahrer oder die Fahrerin des Autos verbrannte bis zur Unkenntlichkeit. Jetzt wird ein DNA-Abgleich vorgenommen. Das Ergebnis wird in drei bis fünf Tagen erwartet.

Sendung

B5 Bayern

Autor
  • Sarah Beham
Schlagwörter