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Nach tödlichem Tauchgang in Dietfurt: Trauer bei Forscherverein | BR24

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Noch immer ist unklar, wie es zum tödlichen Tauchgang in einer Höhle bei Dietfurt kam. Beim zuständigen Forscherverein herrscht Trauer. Sein Sprecher Christian Schöffel fasst zusammen, was er über das Unglück weiß.

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Nach tödlichem Tauchgang in Dietfurt: Trauer bei Forscherverein

Nach dem tödlichen Tauchgang in einer Höhle bei Dietfurt herrscht Trauer beim zuständigen Forscherverein. Noch immer ist unklar, wie es zu dem Unglück kam. Eine Obduktion soll nun klären, woran der Mann genau gestorben ist.

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Von
  • Sebastian Wintermeier
  • BR24 Redaktion

Trauer und Betroffenheit herrschen beim Forscherverein "Die Mühlbachquellhöhle und die Karstgruppe Mühlbach". Am Samstag war es zu einem tragischen Unglück in der Mühlbachquellhöhle in Dietfurt (Lkr. Neumarkt i.d. Oberpfalz) gekommen, bei dem ein 57-jähriger Forscher gestorben ist.

Forscherverein achtet auf größtmögliche Sicherheit

"Wir sind tief betroffen, ein wirklich geschätztes, wichtiges, aktives Mitglied auf so eine tragische Art und Weise verlieren zu müssen", sagte Forscherverein-Sprecher Christian Schöffel dem BR. Der Verein trage bei allen Unternehmungen Sorge, dass ein größtmögliches Maß an Sicherheit herrsche, so Schöffel. "Das geht uns allen schon sehr, sehr nahe und wir sind in Gedanken bei unserem verstorbenen Mitglied und seiner Familie."

Betroffenheit in Höhlenforscher-Szene

Die Nachricht von dem Vorfall verbreitete sich rasch in der kleinen Szene der bayerischen Höhlenforscher. Die Betroffenheit ist groß. Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) drückte sein Beileid aus. "Ich bin bestürzt über den traurigen Unfall in der Mühlbachquellhöhle. Meine Gedanken sind bei den Angehörigen des Verunglückten."

Tauchunglück im sogenannten Maulwurfsiphon

Der 57-jährige Verunglückte war am Samstag gemeinsam mit drei anderen Tauchern auf dem Rückweg von einem Forschungseinsatz in der Mühlbachquellhöhle in Dietfurt. Doch nach dem Weg durch einen engen, weniger als einen halben Meter großen Durchschlupf tauchte der Schlussmann nicht wieder auf. Daraufhin hätten die anderen Vereinsmitglieder sofort mit der Suche in dem etwa sechs Meter langen Abschnitt begonnen. Wegen der schlechten Sicht durch Sedimente wird er "Maulwurfsiphon" genannt.

Taucher kämpften stundenlang um Leben des Forschers

Binnen weniger Minuten zogen sie den leblosen Mann an Land und begannen sofort mit der Wiederbelebung. Weil die Herzdruckmassage sehr anstrengend gewesen sei, hatten sich die Mitglieder der Gruppe über Stunden abgewechselt. Einer der Truppe eilte in einer knappen halben Stunde zum 700 Meter entfernten Ausgang, informierte die Rettungskräfte und eine örtliche Höhlenretterin und kehrte mit dieser zum Unfallort zurück.

Während die Vereinskameraden unter der Erde um das Leben des 57-Jährigen rangen, traf oben ein Großaufgebot an Feuerwehr, Bergwacht, Wasserwacht und Polizei ein. Doch alles Bemühen war vergebens: Nach Stunden verzweifelten Kampfes ließ laut Schöffel ein eingetroffener Arzt während des Transports an die Oberfläche alle Maßnahmen einstellen.

Polizei ermittelt Unglücksursache

Noch ist unklar, warum der Verunglückte nicht mehr auftauchte. Die Kriminalpolizei ermittelt, ob ein Unfall, technisches Versagen oder körperliche Ursachen Grund für das Unglück waren. Für den Dienstag ist eine Obduktion angesetzt. An dem Rettungseinsatz, der am Samstag bis spät in die Nacht hinein dauerte, waren rund 200 Rettungskräfte aus ganz Bayern vertreten, darunter ein Team spezialisierter Höhlenretter sowie Notärzte.

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