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Nach tödlichem Unfall: Aktivisten fordern mehr Schutz für Radler | BR24

© Rüdiger Kronthaler/BR

Weiße Fahrräder an Kreuzungen erinnern an tödlich verunfallte Radler. Nach einem weiteren Fall in München haben Aktivisten wieder ein solches Rad aufgestellt. Zwar will die Stadt den Radverkehr verbessern. Aktivisten geht der Ausbau aber zu langsam.

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Nach tödlichem Unfall: Aktivisten fordern mehr Schutz für Radler

Weiße Fahrräder erinnern an Radler, die im Straßenverkehr getötet wurden. Nach einem weiteren Unfall in München haben Aktivisten wieder so ein Rad aufgestellt. Zwar will die Stadt den Radverkehr verbessern. Den Kritikern geht das aber zu langsam.

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Die Landeshauptstadt München hat sich zum Ziel gesetzt, den Straßenverkehr so sicher zu machen, dass keine Radfahrer mehr tödlich verunglücken. Oslo ist das gelungen, Helsinki auch. Doch den Rad-Aktivisten geht die Umsetzung der "Vision Zero" zu langsam.

Denn wieder ist eine Radfahrerin zu Tode gekommen, nachdem sie korrekt bei Grün eine Kreuzung gequert hatte. Ein Autofahrer war am Wintrichring in die Dachauerstraße abgebogen - und zwar über eine sogenannte freilaufende Rechtsabbiegespur. Diese Spuren sollen dafür sorgen, dass rechtsabbiegende Autos an der Ampel nicht warten müssen. Dabei hatte der Fahrer die Frau offenbar übersehen. Sie starb am nächsten Tag im Krankenhaus.

Aktivisten fordern Rückbau der "Freiläufer" – Stadt setzt vorerst auf Trixi-Spiegel an Kreuzungen

Aktivisten wie Daniele Frijia fordern einen Rückbau dieser "Freiläufer". In anderen Städten würden diese Abbiegespuren gezielt abgebaut. Zwar bremse das den Autoverkehrsfluss, weil auch Rechtsabbieger dann an der Ampel an der Kreuzung warten müssen. Aber es schütze Radfahrer und Fußgänger.

Vor einem Jahr hatte die Landeshauptstadt München bereits entschieden, den Radentscheid komplett umzusetzen. Der gesamte Altstadtring soll Radwege bekommen. Bis 2025 soll in München die Radinfrastruktur voll ausgebaut sein.Die neue Rathauskoalition in München will trotz der Corona-bedingten finanziellen Einschränkungen am Umbau der Verkehrsinfrastruktur festhalten.

100 sogenannte Trixi-Spiegel wurden zuletzt aufgehängt, fünf Pop-up-Radwege auf Probe eingerichtet. Von den vielen freilaufenden Abbiegespuren wurde aber erst eine im Stadtteil Neuperlach rückgebaut, und dort auch nur auf einer Seite. Weitere Rechtsabbiegespuren sollen in diesem Jahr nicht entschärft werden, heißt es bei der Stadt.

Aktivisten: Stadt zu zögerlich mit Umsetzung des Radentscheids

Den Aktivistinnen und Aktivisten geht der Umbau Münchens zu langsam. Katharina Horn vom Radentscheid kritisiert, dass die Stadtverwaltung nicht so entschlossen handelt, wie beispielsweise die Verwaltung von Paris, wo derzeit viele Radwege entstünden. Die Gefahren der freilaufenden Rechtsabbiegespuren seien seit langem bekannt.

Weiß lackiertes Geisterfahrrad abgestellt.

Die Aktivisten legten sich zur Mahnwache auf die Fahrbahn, auf der noch die Markierungen des tödlichen Unfalls deutlich zu sehen sind. Ein weiß lackiertes Fahrrad wird auf der Verkehrsinsel abgestellt. Es erinnert jetzt an die 84-jährige Frau, die hier verunglückt ist.

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