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Nach tödlichem Autorennen von Kalteck: Anklage gegen zwei Raser | BR24

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Kreuz am Straßenrand erinnert an den tödlich verunglückten Familienvater.

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Nach tödlichem Autorennen von Kalteck: Anklage gegen zwei Raser

Sie lieferten sich mit einem Sportwagen und einem Motorrad ein Rennen. Das bezahlte ein unbeteiligter Familienvater mit seinem Leben. Sein kleiner Sohn wurde schwer verletzt. Die zwei Raser von Kalteck sind jetzt angeklagt worden.

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Die Staatsanwaltschaft Deggendorf wirft den beiden Männern aus dem Landkreis Deggendorf jetzt in insgesamt drei Fällen die Teilnahme an einem illegalen Autorennen mit gefährlicher Körperverletzung und in einem Fall mit Todesfolge vor. Das bestätigt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft dem BR.

Unbeteiligter Familienvater stirbt

Vergangenen Sommer lieferten sich die beiden Männer mit Sportwagen und Motorrad auf der kurvigen Strecke zwischen Bernried (Lkr. Deggendorf) und Achslach (Lkr. Regen) ein Rennen. Der Autofahrer verlor beim Bergabfahren die Kontrolle über sein Fahrzeug. Er schleuderte in den Gegenverkehr, direkt in das Auto eines 38-Jährigen. Auf dem Beifahrersitz saß sein zehnjähriger Sohn, der beim Zusammenprall der Autos lebensgefährlich verletzt wurde. Der Familienvater starb noch an der Unfallstelle. Der Junge überlebte.

Mit 126 Stundenkilometern in Kurve

Wie Oliver Baumgartner von der Staatsanwaltschaft Deggendorf dem BR sagte, hätten sich viele Zeugen und Autofahrer gemeldet, die ebenfalls von den Rasern gefährdet wurden. Auf die Frage, warum es elf Monate für eine Anklage seitens der Staatsanwaltschaft gebraucht hat, meint Baumgartner, dass viele Gutachten eingeholt werden hätten müssen. So musste unter anderem auch die Geschwindigkeit ermittelt werden:

"Der Sportwagenfahrer ist in einer langgezogenen Kurve eingefahren mit einer Geschwindigkeit von mindestens 126 Stundenkilometern. Nach unseren Erkenntnissen ist die Kurve beherrschbar befahrbar bis maximal 105 Stundenkilometern." Oliver Baumgarnter, Staatsanwaltschaft Deggendorf

Illegale Autorennen würden von der Staatsanwaltschaft nicht geduldet, wie Baumgarnter sagte. Den Rasern drohen "harte Strafen". Der Unfallverursacher müsse mit einer Freiheitsstrafe zwischen drei und 15 Jahren rechnen. Bis zu einem Prozesstermin kann es bis zu sechs Wochen dauern - Ende Juli könnte er also schon beginnen.

© picture-alliance/dpa/Rolf Kremming

Symbolbild: Illegales Autorennen

Polizei sammelt für überlebenden Jungen

Seit dem Verkehrsunfall, bei dem der damals zehnjährige Junge seinen Vater verlor, versucht die Familie mit dem tragischen Ereignis und den Folgen fertig zu werden. Um der Familie etwas Unterstützung zukommen zu lassen, entschlossen sich die Mitarbeiter des Polizeipräsidium Niederbayern den Erlös aus der letztjährigen Weihnachtsfeier der Familie zu spenden. Am Dienstagnachmittag übergaben die Polizisten einen Scheck in Höhe von 1.300 Euro an die Familie. Außerdem durfte der heute Elfjährige eine rund zweistündige Bootsfahrt auf der Donau mit dem Boot der Wasserschutzpolizei Deggendorf zusammen mit seiner Familie machen.