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Nach Todesfällen: Ermittlungen gegen Würzburger Pflegeheim | BR24

© BR Fernsehen

Im Zusammenhang mit dem Coronavirus gab es im Würzburger Seniorenheim St. Nikolaus eine Serie von Todesfällen. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Vorermittlungen wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet.

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Nach Todesfällen: Ermittlungen gegen Würzburger Pflegeheim

Nach einer Serie von Todesfällen im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus im Seniorenheim St. Nikolaus im Würzburger Stadtteil Sanderau hat die Staatsanwaltschaft Vorermittlungen aufgenommen. 22 Menschen sind dort gestorben.

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Nachdem im Würzburger Seniorenheim St. Nikolaus inzwischen 22 Bewohner nach einer Corona-Infektion gestorben sind, hat jetzt die Staatsanwaltschaft Vorermittlungen aufgenommen. Annette Noffz ist die leitende Stiftungsdirektorin des Bürgerspitals Würzburg. Wie sie auf Anfrage des BR mitteilt, habe sie von den Ermittlungen erst über die Medien erfahren.

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Stiftungsdirektorin sieht kein Fehlverhalten

Für die Mitarbeiter und sie selbst sei das ein "absoluter Genickschlag", da sie seit Wochen mit vollem Einsatz für die Bewohner kämpfen und alles versuchen würden. "Diese Ermittlungen kommen jetzt als zusätzliche Belastung", sagt Annette Noffz im BR-Gespräch. Sie als Einrichtung haben allerdings keine Angst vor den Ermittlungen, da sie sich keines Fehlverhaltens bewusst seien. "Wenn wir es hätten verhindern können, dann hätten wir das getan", so Noffz weiter.

Anzeigen gegen das Pflegeheim liegen nicht vor

Untersucht werde, ob gegen Hygienevorschriften verstoßen wurde, sagt Staatsanwalt Thorsten Seebach auf Anfrage des BR. Als möglicher Anfangsverdacht komme fahrlässige Tötung oder fahrlässige Körperverletzung in Betracht. Es gebe aber bislang keine Anhaltspunkte für strafrechtlich relevantes Verhalten, sagte Seebach. Die Behörde ermittele von Amts wegen. Es lägen keine Anzeigen von Angehörigen der Verstorbenen vor.

22 Corona-Tote aus Seniorenheim St. Nikolaus

In der Senioreneinrichtung in Trägerschaft der Bürgerspitalstiftung sind bislang 22 mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infizierte Bewohner gestorben. Sie waren nach Angaben des Heims alle über 80 Jahre alt und hatten Vorerkrankungen. Insgesamt leben rund 160 alte Menschen in dem Heim. Wegen des hohen Anteils an positiv auf das Virus getesteten Bewohnern war auch eine Evakuierung der Einrichtung erwogen worden.

In einem weiteren Würzburger Seniorenheim in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt (AWO) starben bisher zwölf Bewohner nach einer Infektion mit dem neuartigen Virus. Bei diesen Todesfällen werde noch abgewogen, ob Vorermittlungen angezeigt seien, sagte Seebach.

© Julia Dechet/BR-Mainfranken

Nachdem im Würzburger Seniorenheim St. Nikolaus inzwischen 22 Bewohner an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben sind, hat jetzt die Staatsanwaltschaft Vorermittlungen aufgenommen. Es geht dabei um fahrlässige Tötung.

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