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Ein Fläschchen mit Astrazeneca-Impfstoff wird hochgehalten (Symbolbild)

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    Nach Tod einer Pflegerin: Zurückhaltung bei Astrazeneca-Impfung

    Der Tod einer Pflegerin des Klinikums Immenstadt hängt möglicherweise mit einer Astrazeneca-Impfung zusammen. Das Klinikum hält an der Impfstrategie fest, doch die Kolleginnen und Kollegen der Frau sind nun offenbar äußerst skeptisch.

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    Von
    • Katharina Reichart
    • Beate Mangold

    Die Mitarbeiter des Klinikums in Immenstadt sind verunsichert. Gestern war bekannt geworden, dass eine Pflegerin des Klinikums gestorben ist. Ihr Tod könnte möglicherweise mit einer Corona-Impfung mit dem Astrazeneca-Wirkstoff in Verbindung stehen.

    Klinikum will weiter mit Astrazeneca impfen

    Klinikverbund-Sprecher Christian Wucherer bestätigte dem BR, dass die Mitarbeiter nun skeptisch seien, wenn es um den Impfstoff geht. Erste Mitarbeiter reagierten "mit Innehalten und Impfzurückhaltung" auf den Vorfall. Das Klinikum will aber an der Impfstrategie festhalten und auch weiter mit Astrazeneca impfen.

    Frau starb an seltener Hirnvenenthrombose

    Die 55-Jährige hatte Anfang März ihre erste Corona-Impfung bekommen. Zwei Wochen später sei sie mit Kopfschmerzen in die Klinik nach Immenstadt gekommen und schließlich mit einer Venenthrombose und einem Hirnödem auf die Intensivstation am Klinikum Kempten verlegt worden. Dort ist sie am Sonntag (21.03.21) gestorben, wie der Landkreis Oberallgäu und der Klinikverbund Kempten mitteilten.

    Inzwischen hat eine Untersuchung bestätigt, dass die Frau an einer seltenen Hirnvenenthrombose gestorben ist. Diese war angeordnet worden, weil ein ursächlicher Zusammenhang mit dem Astrazeneca-Impfstoff nicht ausgeschlossen werden konnte.

    Paul-Ehrlich-Institut und Gesundheitsministerium sind informiert

    Das Gesundheitsamt Oberallgäu habe unmittelbar nach Bekanntwerden der Umstände das Bayerische Gesundheitsministerium über den Vorfall informiert, erklärte der Landkreis. Auch das für die Bearbeitung von Impfkomplikationen zuständige Paul-Ehrlich-Institut wurde bereits von der Klinik informiert.

    Für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sei der Vorfall ein großer Schock, erklärte Ricardo Felberbaum, der Ärztliche Direktor des Klinikums Kempten, in einer Pressemitteilung. Auch die Oberallgäuer Landrätin, Indra Baier-Müller, zeigte sich betroffen und sprach den Angehörigen der Verstorbenen ihr Mitgefühl aus.

    Kurzzeitige Aussetzung von Astrazeneca-Impfungen in Deutschland

    Mehr als ein Dutzend Länder hatte vergangene Woche die Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca ausgesetzt, weil es Berichte über eine Verbindung zu Blutgerinnseln gegeben hatte. Die europäische Arzneimittelbehörde urteilte am Donnerstag nach einer Prüfung, dass das Risiko für Blutgerinnsel insgesamt nicht mit dem Impfstoff steige und er "sicher und wirksam" sei. Sie könne aber nicht ausschließen, dass es einen Zusammenhang mit zwei sehr seltenen Arten von Blutgerinnseln gebe.

    Die meisten Länder, darunter auch Deutschland, nahmen die Impfungen nach dieser Entscheidung wieder auf. Der Impfstoff ist bisher in mehr als 50 Ländern zugelassen - nicht jedoch beispielsweise in den USA.

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