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Symbolbild Tiertransport
© pa/keystone/Peter Klaunzer

Autoren

Marcel Kehrer
© pa/keystone/Peter Klaunzer

Symbolbild Tiertransport

Am 19. Februar sollen Politiker, Züchter, Tierschützer und Tierärzte im Umweltministerium zusammenkommen und über Tiertransporte in so genannte Drittländer außerhalb der EU sprechen. Der Landshuter Landrat Peter Dreier hatte vor Kurzem beispielsweise den Transport einer trächtigen Kuh nach Usbekistan gestoppt und von Tierquälerei gesprochen.

"Für mich ist es Tierquälerei, wenn Rinder aus unserer Region mehrere tausend Kilometer transportiert werden, um dann in Ländern geschlachtet zu werden, in denen es keinen Tierschutz gibt.“ Peter Dreier (FW), Landrat Landshut

Rechtslage muss geklärt werden

Bayerns Umweltminister Glauber zeigt Verständnis für die kritische Haltung der Ämter: Eine verbindliche Klärung der Rechtslage sei nötig. Das gibt das Ministerium in einer Pressemitteilung bekannt. Nur so könnten die zuständigen Behörden den Tierschutz konsequent vollziehen. Das Landratsamt Passau hatte bemängelt, dass derzeit eine Grauzone bestehe: Veterinäre könnten sich mit Transportgenehmigungen strafbar machen, wenn im Zielland nicht nach deutschen Tierschutzvorgaben geschlachtet wird. Deswegen haben man sich entschlossen den Gesprächs- und Diskussionstermin im Umweltministerium abzuhalten.

Schlachtungen müssen auch im Ausland tierschutzkonform ablaufen

Das Umweltministerium hat sich bereits mit der Bitte um eine verbindliche Einschätzung der jeweiligen Schlachtbedingungen im Ausland an den Bund gewandt. Die Genehmigung von Tiertransporten sei immer eine Einzelfallentscheidung der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde. Die Transportunternehmen seien darüber hinaus verpflichtet, auf der gesamten Route tierschutzkonforme Transportbedingungen sicherzustellen, so das Ministerium weiter.

Passaus Landrat begrüßt Runden Tisch

Christian Bernreiter, Landrat von Deggendorf und Präsident des Bayerischen Landkreistags, freut sich über die Mitteilung aus dem Umweltministerium.

"Das bestätigt uns, oder den Tierärzten, dass Unsicherheit besteht. Diese Unsicherheit muss ausgeräumt werden. Wir brauchen Klarheit und Rechtssicherheit, wir wollen nicht, dass gegen unsere Tierärzte ermittelt werden könnte, darum brauchen wir eine Klärung." Christian Bernreiter, Landrat Deggendorf und Präsident des Bayerischen Landkreistags

Auch Landrat des Landkreises Passau, Franz Meyer (CSU), begrüßt den Runden Tisch, zu dem Umweltminister Glauber nun einlädt. "Wir brauchen klare Regelungen und Rechtssicherheit für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Veterinärverwaltungen." Meyer teilte dem BR mit, dass er sich als Vorsitzender des Bezirksverbandes Niederbayern im Bayerischen Landkreistag schon an das Ministerium gewandt hatte und um baldige Klärung der Rechtslage gebeten habe.

Landwirte auf regionale Vermarktung ihrer Produkte setzen

Für den Landshuter Landrat Peter Dreier sei der Runde Tisch dies zwar ein erster Schritt - dennoch müssten in seinen Augen den Worten bald darauf auch Taten folgen. "Diesen Exportpraktiken muss ein Riegel vorgeschoben werden. Auch wenn es sich um Nutztiere handelt. Das Tierwohl muss oberster Stelle stehen", so Dreier wörtlich. Es dürfte nicht zugelassen werden, dass die Tiere während solch überlanger Transporte leiden. Die Landwirte, die bisher ihre Rinder nach Vorderasien exportiert haben, sollten nach der Meinung Dreiers auf die regionale Vermarktung ihrer Produkte setzen.