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Nach Sturz querschnittsgelähmt – DAV und Hüttenwirt mitschuldig | BR24

© picture alliance / blickwinkel

Die Benediktenwand im Abendlicht.

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Nach Sturz querschnittsgelähmt – DAV und Hüttenwirt mitschuldig

Er war bei einer Hüttenübernachtung in der Tutzinger Hütte aus dem ersten Stock gefallen und ist seither querschnittsgelähmt. Heute hat das Gericht entschieden: Der damalige Hüttenwirt und der Deutsche Alpenverein sind mitschuldig an dem Unglück.

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Er war bei einer Hüttenübernachtung in den Bergen aus dem ersten Stock gefallen und hat sich schwer verletzt. Er sitzt seither im Rollstuhl. Der Wanderer aus Grafing bei Ebersberg hatte deshalb geklagt: Seiner Ansicht nach sind der damalige Hüttenwirt und der Deutsche Alpenverein Schuld an dem Unglück. Das Landgericht München gab dem Verunglückten jetzt teilweise Recht. Aber auch er selbst trage eine Mitschuld.

Betrunken aus dem ersten Stock gefallen

Zusammen mit einem Freund bestieg der Grafinger Familienvater vor knapp drei Jahren die Benediktenwand im Voralpenland. Anschließend quartierten sich die Männer in der Tutzinger Hütte ein. Es wurde ein feuchtfröhlicher Abend. Wie sich später herausstellte, hatte der Grafinger fast zwei Promille im Blut. Als der 47-Jährige in der Nacht von der Toilette zurückkam, verwechselte er seine Zimmertür mit einer Fluchttür. Er trat auf die dahinterliegende Plattform, stolperte und stürzte dreieinhalb Meter in die Tiefe. Bei dem Unfall brach er sich zwei Brustwirbel und ist seitdem querschnittsgelähmt.

DAV und Hüttenwirt mitschuld

Die Plattform hatte kein Geländer – ein eklatanter Sicherheitsmangel, wie der Richter nun feststellte. Auch in der Vergangenheit sei es an dieser Stelle schon zu Unfällen gekommen. Der Hüttenwirt und die Sektion Tutzing des Deutschen Alpenvereins müssen dem Verunglückten deshalb drei Fünftel aller Schäden ersetzen, die nach dem Unfall entstanden sind.

Eigenverantwortung auf Berghütten

Aber auch der Grafinger selbst trage eine Mitschuld, so der Richter. Der Wanderer war stark alkoholisiert und habe unter anderem die Kennzeichnung der Fluchttür nicht beachtet. Auf Berghütten könne man außerdem nicht denselben Sicherheitsstandard wie im Tal erwarten.