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Bildrechte: Stadtwerke München via Twitter

Nach dem massiven Stromausfall im Münchner Osten sind inzwischen alle Privathaushalte wieder mit Strom versorgt.

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Nach Stromausfall in München: Alle Haushalte wieder am Netz

Nach dem massiven Stromausfall im Münchner Osten sind inzwischen alle Privathaushalte wieder mit Strom versorgt. Der Staatsschutz ermittelt wegen des Verdachts auf Brandstiftung.

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Von
  • Manuel Rauch
  • Tobias Bönte

"Good News des Tages", twittern die Stadtwerke München. "Grundversorgung für alle Privathaushalte wieder hergestellt". Wer noch kein warmes Wasser hat, solle den Hausmeister kontaktieren, damit er die Anlagen wieder in Betrieb nimmt, so die Stadtwerke weiter.

Mehr als 24 Stunden ohne Strom - Feuerwehr half aus

Die ganze Nacht über hatten die Stadtwerke daran gearbeitet, die Stromversorgung wiederherzustellen. Einige Münchnerinnen und Münchner mussten damit mehr als 24 Stunden ohne Strom auskommen, nachdem ein Kabelbrand in einer Baugrube am frühen Freitagmorgen die Stromversorgung im Münchner Osten lahmlegte. Durch den Brand wurden rund 50 Stromkabel zerstört, etwa 150 Trafostationen fielen aus. Zwischenzeitlich waren rund 20.000 Haushalte in den Stadtteilen Berg am Laim, Haidhausen und Ramersdorf ohne Strom. Die letzten Industrie- und Gewerbekunden mit höherem Strombedarf sollten nun bis voraussichtlich 18 Uhr wieder am Netz sein.

Die Feuerwehr hat unterdessen ihre Ladestationen und Betreuungsstellen geschlossen, die sie am Freitag für die Bürgerinnen und Bürger eingerichtet hatte, um etwa elektrische Geräte aufzuladen.

Verdacht auf Brandstiftung - Ermittlungen dauern an

Unterdessen dauern die Ermittlungen der Polizei weiter an. Wegen des Verdachts auf Brandstiftung ermittelt das für Staatsschutzdelikte zuständige Kommissariat. Denn es könnten politische Motive vorliegen. Wie ein Sprecher des Münchner Polizeipräsidiums dem BR bestätigte, sind bereits einige Zeugenhinweise eingegangen. Diese Hinweise müssten nun einzeln geprüft werden, so der Polizeisprecher. Auch weiterhin bitte man jedoch alle Bürgerinnen und Bürger, die am Freitagmorgen gegen vier Uhr etwas Verdächtiges in Berg am Laim beobachtet haben, sich bei der Polizei zu melden.

Knistern, Knall, dann Flammen: Passanten holten Feuerwehr

Die Feuerwehr war am frühen Freitagmorgen zu der am östlichen Rand des Werksviertels gelegenen Baustelle gerufen worden. Nach Angaben der Berufsfeuerwehr hatten Passanten ein seltsames Knistern bemerkt. Es folgte ein lauter Knall. Als die Einsatzkräfte eintrafen, brannte es im abgezäunten Bereich einer Baustelle lichterloh. Die Feuerwehr konnte die Flammen löschen. Die betroffenen Stromkabel sind unterirdisch verlegt, waren für Bauarbeiten aber freigelegt worden.

© Peter Kneffel / dpa-Bjldfunk/
Bildrechte: Peter Kneffel / dpa-Bjldfunk/

Brandstiftung? Die verschmorten Kabel am Freitagmorgen.

Zusammenhang mit Brandanschlag auf BR-Funkmast?

Sollte sich der Verdacht der Brandstiftung erhärten, stellt sich die Frage, inwieweit dieser erneute Fall mit der Serie von Brandanschlägen auf Infrastruktureinrichtungen zusammenhängt, mit der sich die Münchner Polizei seit über einem Jahr beschäftigen muss. Auch ein Funkmast des Bayerischen Rundfunks in Freimann wurde dabei von Unbekannten im vergangenen Mai angezündet. Die Schäden hier und an den anderen betroffenen Örtlichkeiten summieren sich inzwischen auf über drei Millionen Euro. Die Täter werden in der linksgerichteten Szene vermutet.

Auch der öffentliche Nahverkehr war am Freitagmorgen vom Stromausfall betroffen. Die Straßenbahnen konnten nicht aus dem Betriebshof an der Einsteinstraße ausrücken. Es kam zu erheblichen Ausfällen und Verspätungen. Auch einige Ampeln fielen aus.

Keine Kühlung: Praxis muss Corona-Impfstoff wegwerfen

Unterdessen bringt der Stromausfall auch den Corona-Impfplan in einer Münchner Arztpraxis durcheinander. Weil dort in der Früh die Kühlung nicht mehr funktioniert hat, mussten 50 Dosen des Impfstoffs Astrazeneca entsorgt werden, berichtet die Ärztin dem BR. Das sei etwa die Menge, die dort pro Woche verimpft wird.

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