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Nach Sprung in Luftkissen gelähmt: Kläger erhält Schmerzensgeld | BR24

© BR/Werner Bader

OLG München entscheidet: Gelähmter Skifahrer erhält Schmerzensgeld

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Nach Sprung in Luftkissen gelähmt: Kläger erhält Schmerzensgeld

Ein Skifahrer, der seit einem Sprung über eine Schanze auf dem Oberjoch gelähmt ist, bekommt Schmerzensgeld. Das hat das OLG München entschieden. Er erhält allerdings weniger Geld als gefordert.

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Mit einem Teil-Sieg endete das Berufungsverfahren am Oberlandesgericht München (OLG) in Augsburg für einen Skifahrer aus dem Allgäu. Der Mann hatte sich bei einem Sprung über eine Schanze auf der Skipiste in ein Luftkissen am Oberjoch im Januar 2014 den Halswirbel gebrochen und ist seither gelähmt. Jetzt entschied das OLG München, dass die Bergbahn Hindelang dem damals 45-jährigen Skifahrer Schmerzensgeld in Höhe von 280.000 Euro bezahlen muss. Ursprünglich hatte er Schmerzensgeld in Höhe von 500.000 Euro gefordert.

Monatliche Rente und Geld für Umbau des Hauses

Er erhält außerdem eine lebenslange monatliche Schmerzensgeldrente in Höhe von 350 Euro, beginnend ab Februar 2014. Und die Bergbahn Hindelang muss zwei Drittel der materiellen Schäden aus dem Unfall (Rollstuhl, Umbau des Hauses, etc.) und die immateriellen Schäden ab Juli 2019 (Schmerzensgeld), die dem Opfer bei dem Unfall am Oberjoch entstanden sind, bezahlen.

Ursprüngliches Urteil aufgehoben

Damit hat das Oberlandesgericht München das Urteil des Landgerichts Kempten aufgehoben, das im Januar 2018 die Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche des Klägers abgewiesen hatte. Eine Revision wurde nicht zugelassen, beide Parteien können sich aber mit einer Nichtzulassungsbeschwerde an den Bundesgerichtshof wenden.

Bolsterlanger Bergbahn-Geschäftsführer: "Urteil ist eine Katastrophe"

Das heutige Urteil im Streit um Schmerzensgeld nach einem Skiunfall in Oberjoch ist aus Sicht des Bolsterlanger Bergbahn-Geschäftsführers Winfried Tüchler eine Katastrophe. Es sei tragisch für die weitere Entwicklung der Skigebiete, wenn die Betreiber mit Schadensersatzzahlungen von mehreren hunderttausend Euro rechnen müssten, sagte er dem BR. Zwar habe man eine Haftpflichtversicherung. Er sei allerdings nicht sicher, ob sie in solchen Fällen einspringe. Daher werde er im Bolsterlanger Skigebiet nun alle Hindernisse für Skifahrer überprüfen und gegebenenfalls abbauen lassen. Tüchler sagt, das persönliche Schicksal des nun gelähmten Skifahrers sei schlimm. Schmerzensgeldzahlungen wie die des heutigen Urteils könnten kleinere Bergbahnen allerdings in den Ruin treiben.