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Nach Schüssen in Trudering - Haftbefehl erlassen | BR24

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Im Stadtteil Trudering hat die Polizei von der Schusswaffe Gebrauch gemacht. Eine Person wurde dabei festgenommen, eine weitere ist nach wie vor auf der Flucht.

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Nach Schüssen in Trudering - Haftbefehl erlassen

Nach dem Betrug an einem Münchner Juwelier am Mittwoch ist einer der Tatverdächtigen weiterhin auf der Flucht. Auch Schüsse eines Beamten hatten ihn nicht aufhalten können. Haftbefehl erlassen wurde heute gegen den festgenommenen 25-jährigen.

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Drei Mal hatte ein Beamter am Mittwoch bei dem Großeinsatz der Polizei im Münchner Stadtteil Trudering auf das Fluchtfahrzeug geschossen. Der Fahrer wurde nicht verletzt und konnte unerkannt entkommen.

Falsches Zahngold - Betrug an Juwelier

Dem Großeinsatz vorausgegangen war Folgendes: Einem Juwelier in Trudering war bereits mindestens sechs Mal von drei Männern angebliches Zahngold verkauft worden. Dafür hatte der er nach eigener Prüfung bereits 10.000 Euro bezahlt. Am Mittwochmorgen bekam er jedoch die Nachricht von der Firma, die das Zahngold einschmelzen sollte, dass das Material wertlos sei.

Auf frischer Tat erwischt

Also informierte er die Polizei und als die Täter sich wieder ankündigten, um erneut Zahngold zu verkaufen, legten sich zwei Beamte in Zivil auf die Lauer. Einer wartete im Geschäft, der andere davor. Als einer der mutmaßlichen Betrüger mit einer Chipsdose voller Zahngold, den Laden betrat, konnte er noch im Laden festgenommen werden.

Haftbefehl erlassen gegen Festgenommenen

Nach Polizeiangaben handelt sich um einen 25-jährigen, arbeitslosen Deutschen aus Eichstätt.

Der zweite Beamte, laut Polizei ein erfahrener Kollege, wollte draußen den in einem Pkw wartenden Komplizen kontrollieren, als der Gas gab und flüchtete. Der Polizist schoss drei Mal auf das Auto und den Fahrer zu stoppen, doch der konnte entkommen. Wenig später fand die Polizei zwar das Fluchtfahrzeug in der Nähe - allerdings leer. Von dem Flüchtigen keine Spur - die Großfahndung mit über zehn Streifenwagen, sowie einem Hubschrauber brachte keinen Erfolg.

Die Polizei ist aufgrund der Spurenlage zuversichtlich, ihn und auch noch einen bei diesem Betrugsversuch nicht beteiligten dritten Betrüger der Bande noch zu ermitteln.

Dienstwaffengebrauch laut Polizei äußerst selten

Das Präsidium hat auf Nachfrage aktuelle Zahlen zum Schusswaffengebrauch von Beamten in München veröffentlicht. Demnach schossen Polizisten 2018 im Bereich der Landeshauptstadt kein Mal auf Personen und nur ein einziges Mal - wie im aktuellen Fall in Trudering - auf eine Sache. Zwei Mal gaben Einsatzkräfte Warnschüsse ab. Die Zahlen in den Jahren davor bewegen sich auf ähnlich niedrigem Niveau. Relativ häufig wird die Waffe dagegen zum Töten gefährlicher, kranker oder verletzter Tiere verwendet. Das war im letzten Jahr 41 Mal der Fall.

Wie bei Schusswaffengebrauch im Dienst üblich, wird auch im aktuellen Fall von Trudering jetzt von übergeordneter Stelle geprüft, ob der Pistolen-Einsatz rechtmäßig war.