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Nach Schneefällen: Was Wanderer im Allgäu wissen müssen

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Nach Schneefällen: Was Wanderer im Allgäu wissen müssen

In den Hochlagen der Allgäuer Alpen herrscht Lawinengefahr. Waltenbergerhaus und Mindelheimer Hütte sind schon zu. Und: wenn die Sonne rauskommt, wird es rutschig. Deshalb sollten nur wirklich erfahrene Alpinisten jetzt noch wandern gehen.

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In den höheren Lagen der Allgäuer Alpen oberhalb von etwa 1.400 Metern liegt immer noch viel Schnee. In den Hochlagen ist es ein halber Meter, in Verwehungen teils noch wesentlich mehr. So wurden gestern Mittag von der Messstelle des bayerischen Lawinenwarndienstes im Nebelhorn-Gebiet auf 2.000 Meter Höhe 79 Zentimeter Schnee bei plus zwei Grad gemeldet.

Wandern nur für sehr erfahrene Alpinisten

Berg- und Wandertouren in höheren Lagen seien derzeit nur für alpin sehr erfahrene Bergsteiger möglich, sagt Moritz Zobel von der Alpinberatung in Oberstdorf. Höhenwege sind teilweise unpassierbar und die Orientierung ist schwierig. Zudem bestehe Lawinengefahr, vor allem an hoch gelegenen Steilhängen, wo der am Wochenende gefallene Schnee noch nicht abgerutscht ist.

Mit der Sonne wird es rutschig

"Besonders wenn es am Mittwoch sonniger und wärmer wird, besteht die Gefahr solcher Rutschungen", betont Alpin-Experte Zobel. Anschließend werde sich die Situation voraussichtlich aber entspannen. Nach dem Wintereinbruch vom Wochenende haben das Waltenbergerhaus und die Mindelheimer Hütte in den Oberstdorfer Bergen vorzeitig die Saison beendet.

Viele Gäste kämen von der Kleinwalsertaler Seite auf die Mindelheimer Hütte und das wären wegen der aktuellen Corona-Reisewarnung für ganz Vorarlberg voraussichtlich ohnehin weniger als sonst gewesen, erklärt Zobel.

Ab Samstag neuer Schnee

Zudem werde es vermutlich in den Bergen ab Samstag erneut schneien, sagt Zobel unter Hinweis auf den Vorarlberger Wetterbericht. Demnach könnte die Schneefallgrenze im Allgäu wieder bis etwa 1.000 Meter sinken. Der schönste Tag der Woche wird wohl der kommende Freitag. Auch der Sonntag soll wieder freundlicher werden.

Und wann kommt der Goldene Oktober? Wohl kaum in der ersten Monatshälfte, prognostiziert Meteogroup-Chefmeteorologe Joachim Schug. Voraussichtlich werde erst die zweite Oktoberhälfte schöner und auch wieder wärmer ausfallen. Dann gebe es durchaus Chancen auf einen Goldenen Oktober mit kühlen Nächten und milden Tagestemperaturen und viel Sonnenschein nach Nebelauflösung.

Traumhafte Bergsicht bei beständigem Wetter

In den Bergen bringt ein solches, meist sehr beständiges Oktoberwetter oft traumhafte Bergsicht. Mit dem Mittwoch endet diese Woche der erste Herbstmonat dieses Jahres. "Ohne den Kälteschock aus Grönland am Wochenende wäre der September einer der wärmsten seit Messbeginn geworden", sagt Meteorologe Schug. Unterm Strich war der September im Allgäu um ein bis zwei Grad wärmer als im langjährigen klimatologischen Mittel der Jahre zwischen 1961 und 1990. "Am Bodensee war es zu trocken, an den Bergen zu nass und im Flachland gab es zehn bis 20 Prozent mehr Sonnenschein als üblich", berichtet der Meteorologe.

Winterräume nur für Notfälle

Für Wanderer, die im Herbst nach Hüttenschluss in den Bergen unterwegs sind, stehen normalerweise auf vielen Alpenvereinshütten öffentlich zugängliche Winterräume zur Verfügung. Dort können sie übernachten und meist gibt es einen Holzofen. Wegen der Corona-Pandemie können diese Räume im kommenden Herbst und Winter nur in Notfällen von Bergsteigern genutzt werden. Es gebe dort weder Brennholz noch Decken, teilte der Deutsche Alpenverein mit. Über 60 Zentimeter Neuschnee waren vergangenes Wochenende in den Hochlagen gefallen.

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