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Nach Schneechaos: Bahnbetreiber müssen zum Rapport | BR24

© pa/dpa/Lino Mirgeler

Beispiel Miesbach: Auch dort musste der Zugverkehr angesichts der Schneemassen eingestellt werden.

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    Nach Schneechaos: Bahnbetreiber müssen zum Rapport

    Verspätungen, Zugausfälle und fehlende Durchsagen auf den Verbindungen von bayerischer Oberlandbahn (BOB), Meridian und Ostallgäu-Lechfeld-Bahn: Seit Wochen hagelt es Beschwerden. Der private Betreiber, die Transdev, muss heute zum Krisengespräch.

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    Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) hat das private Eisenbahnunternehmen Transdev wegen zahlreicher Probleme bei der BOB, dem Meridian und der im Dezember gestarteten Ostallgäu-Lechfeld-Bahn (sie fährt unter der Regie der Bayerischen Regiobahn) heute zum Krisengespräch nach München einbestellt. Die BEG plant, finanziert und kontrolliert im Auftrag des Freistaats den Regional- und S-Bahn-Verkehr in Bayern. Es ist nicht das erste Mal, dass die Transdev-Verantwortlichen Rede und Antwort stehen müssen.

    "Inakzeptable Zugkürzungen, mangelnde Fahrgastinformationen"

    In den vergangenen Monaten seien BOB und Meridian "immer wieder von Qualitätsproblemen in Form von Zugausfällen, inakzeptablen Zugkürzungen, mangelnden Fahrgastinformationen oder einer unzureichenden Disposition im Störfall" betroffen gewesen, fasst die Eisenbahngesellschaft die Probleme zusammen. Mit dem Wintereinbruch habe sich die Lage insbesondere bei der BOB nochmals deutlich verschärft. Seit Dezember seien außerdem erhebliche Startschwierigkeiten beim Betrieb des Ostallgäu-Lechfeld-Netzes hinzugekommen.

    "Die Tatsache, dass es bei einem Verkehrsunternehmen in gleich mehreren Netzen zu so massiven Problemen verschiedenster Ursachen kommt, ist absolut ungewöhnlich." Thomas Prechtl, Geschäftsführer der Bayerischen Eisenbahngesellschaft

    Eisenbahngesellschaft will "endlich merkliche Verbesserungen"

    Nach Angaben von BEG-Geschäftsführer Thomas Prechtl sind seit dem Fahrplanwechsel im Dezember zu BOB, Meridian und Ostallgäu-Lechfeld-Bahn die mit Abstand meisten Fahrgastbeschwerden aller bayerischen Verkehrsunternehmen eingegangen. "Wir erwarten einen Maßnahmenkatalog, mit dessen schnellstmöglicher Umsetzung endlich merkliche Verbesserungen für die Fahrgäste erzielt werden sollen", so Prechtl vor dem heutigen Treffen. Eine der Hauptforderungen wird sein, dass ausreichend Zugteile bereitstehen und nicht länger auf der Homepage, in der App und am Bahnsteig unterschiedliche Angaben zu finden sind.

    "Das derzeitige Bild, welches die drei Transdev-Netze der Öffentlichkeit gegenüber vermitteln, trägt nicht dazu bei, Fahrgäste auf Dauer an den Verkehrsträger Eisenbahn zu binden und insbesondere neue Fahrgäste zu gewinnen." Thomas Prechtl, Geschäftsführer der Bayerischen Eisenbahngesellschaft

    Transdev: Stellen laufend neues Fachpersonal ein

    Die Bayerische Regiobahn erklärt die Ausfälle unter anderem mit einer dünnen Personaldecke und einer akuten Krankheitswelle. Transdev konkurriert mit den anderen Bahnanbietern um rares Fachpersonal wie Lokführer. Hier habe man Fortschritte gemacht und stelle laufend ein, sagte ein Transdev-Vertreter dem BR. Ein Großteil der Probleme resultiere daraus, dass die Schienen und Bahnsteige während der Schneetage nicht rechtzeitig geräumt worden seien, so ein Sprecher der BOB. Das sei Aufgabe der DB Netz.

    Bahn sieht beim Schneechaos Mitverantwortung bei Transdev

    Die Bahn weist diese Vorwürfe zurück und nennt den starken Schneefall von mehreren Metern als Ursache, die alle gleichermaßen betroffen haben. Und: Wenn Eisbrocken und hoher Schnee auf den Weichen liegen, helfen aus Sicht der Bahn auch Heizungen nicht mehr viel. Vereiste Leit- und Sicherungstechnik sei schwer freizubekommen. Wenn es um Information bei Störungen und Ersatzverkehr geht, dann sei die Transdev verantwortlich, sagt ein Bahnsprecher.

    Im Laufe des Tages will Prechtl die Öffentlichkeit über die Ergebnisse des Krisengesprächs informieren.