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Der Schlagabtausch zwischen Bayerns Gesundheitsminister und dem SPD-Fraktionschef Florian von Brunn hat für einen Eklat im Landtag gesorgt. Im Kontrovers-Interview erklärt Klaus Holetschek (CSU) warum er sich nicht entschuldigen wird.

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Nach Rüge für SPD: Holetschek möchte sich nicht entschuldigen

Der Schlagabtausch zwischen Bayerns Gesundheitsminister und dem SPD-Fraktionschef Florian von Brunn hat für einen Eklat im Landtag gesorgt. Im Kontrovers-Interview erklärt Klaus Holetschek (CSU) warum er sich nicht entschuldigen wird.

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Von
  • Anna Feininger

Es ist ein Eklat, der Konsequenzen nach sich zieht: Am Mittwoch hat die Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) den SPD-Fraktionschef Florian von Brunn gerügt. Es ist seit Jahrzehnten die erste Rüge im Landtag für einen SPD-Politiker.

Aber auch sein Kontrahent in der Debatte, Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU), wurde in diesem Zuge von Aigner kritisiert: "Allerdings bitte ich auch, derartige, nicht unproblematische Vergleiche zukünftig zu unterlassen. Sie haben mit der eigentlichen politischen Auseinandersetzung in der Sache nichts zu tun."

Einen Grund, sich für seine Aussagen zu entschuldigen - wie es die SPD fordert - sieht Holetschek aber nicht: Er habe die SPD nicht mit der AfD verglichen. Stattdessen habe er lediglich Bezug genommen auf die Strategie und das Verhalten, sagt er im Interview mit dem BR-Politikmagazin Kontrovers.

"Das Thema des Lautsprechertums und die Frage, wie ich mit bestimmten Dingen umgehe: Die habe ich gegeißelt. Und die haben mich an eine andere Strategie erinnert." Klaus Holetschek, CSU

Schlagabtausch gipfelt in Eklat

Was war passiert? Die Vorgeschichte war ein hitziger Schlagabtausch zwischen Staatsminister Holetschek (CSU) und Fraktionschef von Brunn (SPD) während einer Plenardebatte in der vergangenen Woche.

Die Vorgänger der CSU seien die Steigbügelhalter von Adolf Hitler gewesen und die CSU habe Abgrenzungsprobleme nach rechts. So antwortete der SPD-Fraktionschef von Brunn im Rededuell auf den Kommentar des CSU-Politikers Klaus Holetschek:

"Ich weiß gar nicht, wer ihr Wahlkampfberater ist, das hört sich nach Donald Trump an. Sie machen sich gemein mit den Kollegen der AfD, vom Stil her und der Art und Weise, wie sie Politik machen." Klaus Holetschek, CSU, 08. Juni 2021

Keine Entschuldigung aber Selbstkritik

In Anbetracht des Risikos, dass ein solcher Streit zweier demokratischer Parteien im Wahlkampf möglicherweise Dritten in die Karten spielen könnte, zeigt sich Klaus Holetschek im Interview mit dem BR-Politikmagazin Kontrovers aber auch selbstkritisch und betont, dass er für die historischen Errungenschaften der SPD durchaus Anerkennung hat.

Fairness und Respekt seien immer die Bühne für alles, betont der Gesundheitsminister im Kontrovers-Interview. Nichtsdestotrotz sei es wichtig, den politischen Diskurs zu führen. Und der darf - wenn es nach dem CSU-Politiker geht - auch schon mal heftiger werden: "Emotionen sind auch das Salz in der Suppe einer Plenardebatte. Aber vielleicht müssen wir alle immer wieder mal uns hinterfragen und überlegen, auf allen Seiten, wie der Umgang miteinander ist."

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Der bayerische Gesunheitsminister Klaus Holetschek und der SPD-Fraktionsvorsitzende Florian von Brunn lieferten sich vergangene Woche ein hitziges Rededuell im Bayerischen Landtag.

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