BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© dpa-Bildfunk/Patrick Pleul
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Patrick Pleul

Für die zwei Rehkitze aus Simmelsdorf geht es zurück in die Wildnis. (Symbolbild)

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Veldensteiner Forst: Von Menschen aufgezogene Rehe ausgewildert

Vor knapp vier Monaten hat eine Familie aus Simmelsdorf zwei Rehkitze bei sich aufgenommen. Nach dem Tod ihrer Mutter wurden die Tiere mit der Flasche großgezogen. Jetzt sind Rosa und Rudi im Veldensteiner Forst wieder unter ihresgleichen.

Per Mail sharen
Von
  • Thorsten Gütling

Mehrfach pro Nacht hat Barbara Gänsbauer den Wecker gestellt, um die beiden Rehkitze Rosa und Rudi alle zwei Stunden mit exakt 39 Grad warmer Milch zu versorgen. Zusammen mit ihrer Familie nahm die Mutter von sechs Kindern Ende Mai die zwei Rehkitze bei sich in Simmelsdorf auf. Nun sind die von Menschenhand aufgezogenen Rehe wieder ausgewildert worden.

Rehkitze Rosa und Rudi leben jetzt im Veldensteiner Forst

Wie es auf Nachfrage des BR bei den Bayerischen Staatsforsten in Pegnitz heißt, leben die beiden Kitze inzwischen im Wildpark Hufeisen im Veldensteiner Forst im Landkreis Bayreuth. Sie seien dort zunächst in einem Rehaufzuchtsgehege untergebracht, aus dem sie in etwa acht Wochen entlassen werden. Die Tiere seien wohlgenährt und gesund, heißt es.

Das sei durchaus nicht selbstverständlich. Denn die beiden Jungtiere waren im Mai nur durch das beherzte Eingreifen der Familie Gänsbauer aus dem Nürnberger Land vor dem sicheren Tod gerettet worden: Die Gänsbauers hatten die Kitze zwei Tage lang an einem Waldrand bei Simmelsdorf nach ihrer Mutter rufen hören. Als die Familie sich aufmachte, die Tiere zu suchen, seien sie bereits in einem sehr schlechten Zustand gewesen. Die Mutter der Kitze sei wohl eines natürlichen Todes gestorben, mangels Nahrung habe Rehbock Rudi zu diesem Zeitpunkt nur zwei Kilogramm gewogen.

Wildtiere nur in Ausnahmefällen zu Hause großziehen

Nach Absprache mit dem zuständigen Jagdpächter und Tierarzt, Ralph Faltenbacher, sind die beiden Kitze bei den Gänsbauers auf dem Bauernhof gelandet. Normalerweise sollen Spazier- und Gassigänger Wildtiere nicht einfach mitnehmen. Denn viele Menschen würden unterschätzen, was es bedeutet ein Kitz mit der Hand aufzuziehen, so Faltenbacher.

Jetzt liegen vier Monate Arbeit hinter der Familie. Denn die Tiere mussten zunächst mit einer Spritze mit Ziegenmilch gefüttert werden. Doch damit nicht genug: Rehen muss der Bauch massiert werden, damit sie koten können, das Gehege muss sauber gehalten werden, sie brauchen Maulwurfserde für die Verdauung und, je älter sie werden, große Mengen an Grünfutter. Familie Gänsbauer zog daher täglich los, um zu sammeln. Ein Einsatz, der sich gelohnt hat.

© BR
Bildrechte: BR

Seit Ende Mai wurden die beiden Rehkitze Rosa und Rudi auf einem Bauernhof großgezogen, nun sind die beiden Tiere wieder in der Natur.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!