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Nach Rassismus-Affäre: Würzburger Faschingsklub für Zivilcourage | BR24

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Knapp zwei Monate ist es her, dass ein Faschingsfunktionär der Würzburger Gilde Giemaul wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe verurteilt wurde. Für den Verein ist der Fall damit aber nicht zu Ende.

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Nach Rassismus-Affäre: Würzburger Faschingsklub für Zivilcourage

Knapp zwei Monate ist es her, dass ein Faschingsfunktionär der Würzburger Gilde Giemaul wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe verurteilt wurde. Für den Verein sei der Fall damit aber nicht zu Ende, heißt es in einer Mitteilung des Vereins.

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Die Gilde Giemaul betont, sich zu Zivilcourage zu bekennen. Christian Reusch, der 1. Gesellschaftspräsident der Fasenachtsgilde Giemaul Heidingsfeld, bedauert die Ereignisse des vergangenen Jahres, die zu Schlagzeilen in der Öffentlichkeit und zu Verwerfungen im Verein geführt hätten. Außerdem räumt er in einem Brief an alle Vereinsmitglieder ein, dass die interne Kommunikation damals nicht optimal gelaufen sei.

„Wir erkennen an, dass die Gruppe um die damalige 2. Gesellschaftspräsidentin sich mit Zivilcourage um Aufklärung der diskriminierenden Vorgänge in einer WhatsApp-Gruppe bemüht hat.“

Faschingsverein distanziert sich von rechtem Gedankengut

Die Verantwortlichen des geschäftsführenden Präsidiums hätten zahlreiche Ideen und Aktionen entwickelt und umgesetzt, um die Gilde Giemaul intern und auch in der Öffentlichkeit ausdrücklich von rechtem Gedankengut und Diskriminierung jeder Art zu distanzieren. „Diese Arbeit ist noch nicht zu Ende“, stellt die Antidiskriminierungsbeauftragte der Gilde, Ina Göpfert, deutlich fest. Sie will in der Gilde weiterhin aufklärend tätig sein, um die Fähigkeit zum Erkennen von diskriminierendem oder extremistischem Verhalten zu stärken.

Prozess wegen rassistischer Äußerungen in WhatsApp-Gruppe

Die Gilde Giemaul war in die Schlagzeilen geraten, nachdem sich ein ehemaliger Faschingsfunktionär in einer internen WhatsApp-Gruppe rassistisch und fremdenfeindlich geäußert hatte. Das Amtsgericht Würzburg hatte ihn im Juni deshalb zu einer Geldstrafe von 7.200 Euro verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Fall war öffentlich geworden, nachdem sich Mitglieder der WhatsApp-Gruppe vertraulich an die zweite Sitzungspräsidentin Heike Bader gewandt hatten. Sie hat die Faschingsgilde „Giemaul“ daraufhin verlassen. Anzeige wegen Volksverhetzung hatte das "Bündnis für Zivilcourage" in Würzburg erstattet.