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Nach Rassismus-Affäre in Faschingsgilde erste Präsidiumssitzung | BR24

© pa-dpa/Daniel Karmann

Symbolbild: Würzburger Faschingsumzug

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    Nach Rassismus-Affäre in Faschingsgilde erste Präsidiumssitzung

    Erstmals nach den Veröffentlichungen um rechtsextreme Postes in einer Whatsapp-Gruppe der Faschingsgilde "Giemaul" aus Heidingsfeld kommt heute das Präsidium wieder zusammen. Die Schatzmeisterin fordert den Rücktritt des 1. Gesellschaftspräsidenten.

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    Nachdem ein Mitglied der Faschings-Gilde "Giemaul"aus dem Würzburger Stadtteil Heidingsfeld in einer Whatsapp-Gruppe durch ausländerfeindliche Äußerungen aufgefallen ist, kommt das Präsidium heute Abend erstmals wieder zusammen. Irina Nebel, die erste Schatzmeisterin der Faschingsgilde, will bei der Versammlung ihre Rücktrittsforderung gegenüber dem 1. Gesellschaftspräsidenten Christian Reusch wiederholen. Aus ihrer Sicht ist unter anderem die letzte Aktion "Wir sind bunt" beim "Narrenwecken" am letzten Wochenende "an Unglaubwürdigkeit nicht zu überbieten, das ist kein Neuanfang," sagte Nebel gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Es sei ein "Unter den Teppich kehren", wenn diejenige, die die Posts aufgedeckt haben, den Verein verlassen müssen. "Was muss noch an Fehlentscheidungen kommen," frage Nebel.

    Polizei ermittelt wegen Verdachts der Volksverhetzung

    Wie berichtet, hatte ein Vorstandsmitglied der Gilde unter anderem gepostet, dass ein Maschinengewehr das schnellste deutsche Asylverfahren sei, dass bis zu 1.400 Anträge in einer Minute ablehnen könne. Dazu muss man erklären: Mit einem Maschinengewehr kann man pro Minute bis zu 1.400 Schüsse abgeben. Das verantwortliche Vorstandsmitglied, der 3. Gesellschaftspräsident, ist mittlerweile von seinem Amt zurückgetreten und ist aus der Gilde ausgetreten. Er entschuldigte sich für die "Weiterleitung von Bildern zweifelhaften Inhalts" und bezeichnete die Whatsapp-Gruppe, in welcher nur bestimmten Mitgliedern des Vereins sind, als "Satire-Gruppe". Gegen ihn ermittelt die Polizei nun wegen des Verdachts der Volksverhetzung.

    Frau deckte rechtsradikale Posts auf und musste Verein verlassen

    Die zuletzt 2. Gesellschaftspräsidentin Heike Bader hatte schon vor Wochen gefordert, dass die Posts aufgearbeitet werden müssten. Sie hatte dazu ein Mail an Reusch geschrieben. Dieser soll die E-Mail von Bader in die Gruppe gestellt haben. Daraufhin sei der "Maulwurf" gesucht worden, der den Post an Bader weitergeleitet habe. Der ehemalige 3. Gesellschaftspräsident der "Giemaul-Gilde" wollte daraufhin über einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung vor dem Amtsgericht Würzburg erreichen, dass Bader seine weitergegebenen Posts nicht in die Öffentlichkeit trägt. Vor Gericht ist der allerdings Mann gescheitert. Danach hatte die Gilde ein Vereinsausschlussverfahren gegen Heike Bader gestartet. Sie ist darauf aus dem Verein ausgetreten.

    Würzburgs Oberbürgermeister fordert Aufarbeitung

    Der Würzburger Oberbürgermeister Christian Schuchard und seine beiden Vertreter, Marion Schäfer-Blake und Adolf Bauer, hatten dem Vorstand der Faschingsgilde schon im Oktober einen Brief geschrieben, in dem sie eine unmissverständliche Distanzierung fordern. Sie wollen eine ordentliche Aufarbeitung und lassen ihre Mitgliedschaft bis dahin ruhen.