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Nach Raserprozess Kalteck: Motorradfahrer geht in Revision | BR24

© BR/Sarah Beham

Die kurvige Bergstrecke im Bayerischen Wald bei Kalteck

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    Nach Raserprozess Kalteck: Motorradfahrer geht in Revision

    Eine Woche nach dem Urteil im Raserprozess von Kalteck hat der Motorradfahrer Revision eingelegt. Er war zu fünf Jahren Gefängnis wegen unerlaubten Rennens mit Todesfolge verurteilt worden. Auch die Witwe des Getöteten will das Urteil anfechten.

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    Genau eine Woche nachdem der sogenannte Raserprozess von Kalteck in Deggendorf zu Ende gegangen ist, hat der verurteilte 54-jährige Motorradfahrer Revision gegen das Urteil eingelegt. Der Motorradfahrer war in erster Instanz zu fünf Jahren Haft und mindestens dreieinhalb Jahren Führerscheinentzug verurteilt worden. Auch der Anwalt der Witwe und des Halbwaisen wollen das Urteil nicht akzeptieren.

    Bundesgerichtshof wird eingeschaltet

    Ein Sprecher des Landgerichts Deggendorf und der Anwalt der Nebenklage, Marko Heimann, haben dem Bayerischen Rundfunk die Revision bestätigt. Anwalt Heimann sagte: "Wir fechten das Urteil an, wie uns das als Nebenkläger zusteht, und wollen die Fortführung der Revision prüfen, wenn das Urteil in vollständiger abgefasster Form vorliegt." Das Revisionsverfahren wird beim Bundesgerichtshof geführt, so der Landgerichtssprecher.

    Der zweite Verurteilte, ein 28-jähriger Autofahrer, hat bisher noch keine Revision gegen das Urteil eingelegt, wie es heißt. Er und alle anderen Beteiligten haben noch bis 24 Uhr Zeit dazu. Wie es seitens der Staatsanwaltschaft heißt, wolle man keine Revision einlegen.

    Gericht hatte an "illegalem Rennen" keinen Zweifel

    Im sogenannten Raserprozess von Kalteck waren der angeklagte Autofahrer und der Motorradfahrer am 22. November zu jeweils fünf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Zudem werden ihre Führerscheine jeweils mindestens dreieinhalb Jahre abgenommen. Das Gericht begründete das Urteil mit der Teilnahme an einem unerlaubten Rennen mit Todesfolge und schwerer Gesundheitsschädigung mit fahrlässiger Körperverletzung.

    Bei dem illegalen Autorennen im vergangenen Jahr auf der kurvigen Bergstrecke im Bayerischen Wald starb ein unbeteiligter Familienvater - sein Sohn auf dem Beifahrersitz wurde schwer verletzt und kämpft bis heute mit den Folgen.