BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR/Georg Barth
Bildrechte: BR/Georg Barth

"Das ist ein Piks und fertig!" Die 83-jährige Helga Klingseisen im Germeringer Seniorenheim freute sich über den Impfstart. In den nächsten Tagen sollen weitere Lieferungen des Corona-Impfstoffs an Risikogruppen verteilt werden.

1
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Nach problemlosem Impf-Auftakt in Oberbayern: So geht es weiter

"Das ist ein Piks und fertig!" Mit diesen Worten kommentierte die 83-jährige Helga Klingseisen im Germeringer Seniorenheim den Impfstart. In den nächsten Tagen sollen weitere Lieferungen des Corona-Impfstoffs an Risikogruppen verteilt werden.

1
Per Mail sharen
Von
  • Christoph Dicke

In Oberbayern läuft die Impfung gegen Corona nach Behördenangaben bislang problemlos. Mobile Impfteams sind seit Sonntag in Kliniken und Pflegeheimen unterwegs, um zuerst die Risikogruppen zu impfen. Daher suchen sie zunächst Alten- und Pflegeheime sowie Krankenhäuser auf: Neben Bewohnern und Mitarbeitern soll medizinisches Personal in Intensivstationen und Notaufnahmen zuerst die freiwillige Immunisierung erhalten. Zum Auftakt am Sonntag standen bayernweit aber nur 9.750 Impfdosen zur Verfügung.

Impfungen kostenlos

Das bedeutet zum Beispiel für das Berchtesgadener Land: Bis zum heutigen Montag können lediglich die ersten 100 Impfdosen an Bewohner und Mitarbeiter von zwei Seniorenheimen im Landkreis verabreicht werden. In den nächsten Tagen sollen weitere Lieferungen des Impfstoffs eintreffen. Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek (CSU): "Die Impfung in den Impfzentren oder durch Mobile Impfteams ist für alle Bürgerinnen und Bürger kostenlos - unabhängig von einem Versicherungsstatus."

Anmeldung bei Impfzentren in Städten und Kreisen

Ab Mitte Januar soll es dann fast überall möglich sein, sich selbst zur Corona-Schutzimpfung anzumelden. Wer mobil ist, kann zum Beispiel eines der Impfzentren in Oberbayern aufsuchen. In der Regel hat jeder Landkreis ein- bis zwei eigene Impfzentren - vom Volksfestplatz in Eichstätt bis zum leerstehenden Autohaus in Hausham (Lkr. Miesbach). Je nach Altersverteilung in einem Landkreis/einer kreisfreien Stadt sind die Unter-80-jährigen zum Teil erst im Februar für die Impfung vorgesehen.

Impfstoff wird gut bewacht

Der Landkreis Miesbach teilte mit, dass alle frisch Geimpften nun die nächsten Tage beobachtet würden. Nach drei Wochen erfolge die zweite Impfung. Spannend sei, wie viele Dosen in den nächsten Tagen kommen würden. Hier gelte es flexibel zu sein und den Bedarf möglicherweise kurzfristig anzupassen. Im Landkreis Miesbach gibt es rund 850 Bewohner in Pflegeeinrichtungen, die sich auf Wunsch impfen lassen können. Laut Landratsamt werden die Termine in den Einrichtungen nicht vorab bekanntgegeben, um mögliche Begehrlichkeiten vom Impfstoff, der rund um die Uhr bewacht werde, abzuwenden.

Erding hat schon lange Warteliste

In einer Erdinger Turnhalle konnten bereits am Sonntag die ersten ambulanten Impfung nach vorherifger Anmeldung durchgeführt werden. Die meisten anderen Städte und Landkreise schicken zunächst nur mobile Teams los, um die Bewohner in Pflegeheimen zu impfen, wenn sie das möchten.

Eine halbe Stunde, nachdem das Bayerische Rote Kreuz (BRK) als Betreiber des Erdinger Impfzentrums die Hotline freigeschaltet hatte, waren schon 3.000 Anrufe eingegangen. Termine bekommen aber auch hier zunächst nur die Menschen mit höchster Priorität - also Pflegepersonal, medizinisches Personal etwa von Intensivstationen und Notaufnahmen sowie Menschen über 80, die nicht in einem Heim leben und somit nicht über die mobilen Impf-Teams erreicht werden.

Anrufer, die nicht zu diesen Gruppen gehören, kommen in Erding erst einmal auf eine Warteliste. Diese wird je nach Menge des Impfstoffs abgearbeitet – und nach der weiteren bundesweit festgelegten Priorisierung. Eine bayerische Impf-Software soll die Vorgänge künftig digital erfassen.

München: Über-80-Jährige erhalten in Kürze eine Impf-Einladung

"Bis Ende Januar sollen in München 90.000 Dosen verimpft werden", heißt es in einer Pressenmitteilung der Landeshauptstadt. Die Menge reiche aufgrund der notwendigen zweiten Impfung nach drei Wochen somit für 45.000 Menschen. Bis Ende März würden 244.000 Dosen erwartet, mit denen dann 122.000 Menschen geimpft werden könnten.

"Bis der Impfstoff der breiten Bevölkerung zur Verfügung stehen wird, werden weitere Monate ins Land gehen", sagt Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek (SPD). Die 20 mobilen Teams würden zunächst die höchst vulnerablen Personengruppen zum Beispiel in den vollstationären Pflegeeinrichtungen vor Ort impfen.

Start im Messe-Impfzentrum Ende Januar

Der Start im Impfzentrum auf dem Messegelände für die noch mobilen Über-80-Jährigen "wird voraussichtlich ab Ende Januar erfolgen", so Zurek. Diese Personengruppe erhalte von der Stadt in den nächsten Tagen ein Schreiben. Eine Terminvereinbarung werde voraussichtlich im Laufe des Januar möglich sein.

© BR
Bildrechte: BR

Nach dem Impfstart am Wochenende in der ganzen EU hat Bundesgesundheitsminister Spahn nun Hoffnung auf schnellen Nachschub an Impfdosen. Er zeigte sich zuverlässig, was die Zulassung weiterer Präparate und erweiterte Produktionskapazitäten angeht.

"Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht's zur Anmeldung!